Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keramische Kraftwerke

13.11.2000


Die Komponenten einer oxidkeramischen

Brennstoffzelle SOFC. © Fraunhofer

IKTS


Brennstoffzellen wandeln Wasserstoff und Luft umweltfreundlich in Strom und Wärme um. Ein spezieller Typ mit keramischen Elektroden arbeitet bei hohen Temperaturen sehr effizient auch mit Erdgas. So eignet er sich
zum Einsatz in Blockheizkraftwerken.

Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft. Er ist unerschöpflich verfügbar und bei seiner Verbrennung entsteht das Treibhausgas Kohlendioxid überhaupt nicht. Ebenso umweltfreundlich wandeln Brennstoffzellen den Wasserstoff in Strom und Wärme um. Ein spezieller Typ, die oxidkeramische Brennstoffzelle (solid oxid fuel cell SOFC), wird am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe IKTS in Dresden entwickelt.

Die Zelle arbeitet auch mit Erdgas aus den vorhandenen Versorgungsnetzen. Erdgas jedoch enthält Spuren von Verunreinigungen, die die Lebensdauer anderer Zelltypen begrenzt. Die in ihnen verwendeten Edelmetallkatalysatoren verlieren langsam ihre Aktivität und eingebaute Kunststoffmembranen verstopfen mit der Zeit. Probleme, die bei der keramischen Zelle nicht auftreten können. Zwar ist ihre Betriebstemperatur mit 800 bis 1 000 °C vergleichsweise hoch, doch ergibt sich daraus ein weiterer entscheidender Vorteil. Das eingesetzte Erdgas lässt sich direkt in der Zelle in Wasserstoff umwandeln und sie erreicht einen besonders hohen elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 55 Prozent. In Blockheizkraftwerke integriert, kann sie Gebäude dezentral mit Wärme und Strom versorgen.

Am Fraunhofer-Institut wird derzeit ein Modul aus mehreren solcher Zellen aufgebaut, wie Dr. Peter Otschik erläutert: »Die Demonstrationsanlage besteht aus fünfzig Zellen - jede einzelne liefert eine Spannung von 0,7 Volt und einen elektrischen Strom von 25 Ampère. Die gesamte elektrische Leistung von knapp 1 000 Watt entspricht etwa dem Verbrauch eines Wasserkochers in der Küche.«

Im Auftrag der Entwicklungsgesellschaft Brennstoffzelle GmbH in Dresden wird in den kommenden drei Jahren ein Blockheizkraftwerk aufgebaut, das eine fünfmal höhere elektrische Leistung als die gegenwärtige Anlage liefert und auch die freiwerdende Wärme nutzt. Dr. Otschik nennt die wichtigsten zukünftigen Aufgaben: »Die Einzelzellen und Module werden so konstruiert sein, dass sie sich möglichst flexibel in verschieden große Kraftwerke integrieren lassen. Darüber hinaus wollen wir die Zellen weiter verkleinern und die Energieausbeute erhöhen. Und schließlich streben wir eine größere Zuverlässigkeit der Brennstoffzelle bei geringeren Kosten an.«

Ansprechpartner:
Dr. Peter Otschik
Telefon: 03 51/25 53-5 06
Telefax: 03 51/25 54-1 38
E-Mail: Peter.Otschik@ikts.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Brennstoffzelle Erdgas Keramisch Wasserstoff Wärme Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neuer Mechanismus der Gen-Inaktivierung könnte vor Altern und Krebs schützen
23.02.2017 | Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI)

nachricht Alge im Eismeer - Genom einer antarktischen Meeresalge entschlüsselt
23.02.2017 | Universität Konstanz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie