Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Amyotrophe Lateralsklerose: Neue Mechanismen der Krankheitsentstehung entdeckt

06.10.2003


Besondere Bedeutung für therapeutischen Ansatz.



Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine tödliche, fortschreitende Erkrankung der Motorneuronen im Rückenmark, die die Patienten ungefähr ab dem 40. Lebensjahr befällt. In einer in "Science" am 3.10.2003 veröffentlichten Arbeit wird zehn Jahre nach der Entdeckung eines ersten die ALS auslösenden Gens von neuen Mechanismen der Krankheitsentstehung berichtet. Diese jetzt veröffentlichte Studie wurde maßgeblich von Dr. Albrecht Clement, der seit dem 1. Oktober 2002 dem Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angehört, im Labor von Dr. Don Cleveland in San Diego, USA, in Zusammenarbeit mit Gruppen aus Montreal und Boston durchgeführt.



Mutationen in einem in allen Körperzellen vorkommenden Enzym, der Superoxid Dismutase 1 (SOD1), repräsentieren den Hauptteil der dominant vererbten ALS Fälle. Bisher wurde davon ausgegangen, dass hauptsächlich die Expression veränderter, mutanter SOD1 in den Motorneuronen für deren Absterben verantwortlich ist. In der nun veröffentlichten Arbeit konnte mittels sogenannter chimärer Mäuse (Tiere, die aus normalen Zellen und aus solchen, die mutante SOD1 herstellen, bestehen) gezeigt werden, dass auch normale Motorneurone bestimmte pathologische Veränderungen zeigen, wenn sie von mutanten Zellen umgeben sind. Andererseits können Motorneurone überleben, obwohl sie mutante SOD1 herstellen, wenn sie von normalen, nicht neuronalen Zellen umgeben sind. Diese Entdeckung ist für einen therapeutischen Ansatz von besonderer Bedeutung. Denn, sollte es gelingen, diese schützenden Zellen zu identifizieren und im Rahmen einer Stammzelltherapie in das Rückenmark einzuschleusen, könnte das Absterben der Neurone möglicherweise verlangsamt werden.

Diese jetzt veröffentlichte Studie hat maßgeblich Dr. Albrecht Clement, der seit dem 1. Oktober 2002 dem Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angehört, im Labor von Dr. Don Cleveland in San Diego, USA, in Zusammenarbeit mit Gruppen aus Montreal und Boston durchgeführt. Die Suche nach möglichen therapeutischen Ansätzen zur Behandlung dieser unheilbaren neurodegenerativen Erkrankung des Menschen wird auf Grundlage dieser neuen Entdeckung in der Arbeitsgruppe von Dr. Clement in der Pathobiochemie fortgeführt.

Weitere Informationen: Dr. Albrecht Clement, Tel: 06131-39257-93, Fax: -92, E-Mail: clement@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/PhysiolChemie/Welcome.html

Weitere Berichte zu: Krankheitsentstehung Lateralsklerose Pathobiochemie SOD1

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Im Mikrokosmos wird es bunt: 124 Farben dank RGB-Technologie
22.06.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht CO2-neutraler Wasserstoff aus Biomasse
22.06.2017 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie

Innovative High Power LED Light Engine für den UV Bereich

22.06.2017 | Physik Astronomie

Wie Menschen Schäden an Gebäuden wahrnehmen

22.06.2017 | Architektur Bauwesen