Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effiziente Überwachung von Beta-Lactam-Antibiotika

16.09.2003


In einem von der EU finanzierten Projekt wurden neuartige Techniken zur einfachen und wirksamen Überwachung von Milch auf Rückstände von Beta-Lactam-Antibiotika entwickelt. Aus diesem Grund wurde ein wettbewerbsfähige Fluoreszenzanalyse zur Beta-Lactam-Überwachung entwickelt, beschrieben und eingehend studiert. Diese Analyse kann sich als sehr hilfreich bei der Analyse dieses Antibiotikumtyps nicht nur in Milch, sondern auch in anderen Nahrungsmitteln und tierischem Gewebe erweisen.



Antibiotika werden hauptsächlich zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten, aber auch zur Wachstumsförderung bei Vieh angewandt. Allerdings hat ihr verbreiteter Einsatz zum Entstehen von Bakterien geführt, die gegen Antibiotika resistent sind und möglicherweise die menschliche Gesundheit bedrohen. Zwar verhindern zahlreiche gesetzliche Bestimmungen ihre uneingeschränkte Anwendung in der Tierzucht, doch verschiedene werden immer wieder Arzneirückstände wie etwa die Beta-Lactam-Antibiotika in der Nahrungskette gefunden.



Die derzeit verfügbaren Verfahren, die zum Nachweis von Rückständen in unterschiedlichen Flüssigkeiten wie Milch, Plasma und Urin angewandt werden, sind möglicherweise nicht in ausreichendem Maße in der Lage, zwischen verschiedenen Beta-Lactam-Medikamenten zu unterscheiden. Um dem abzuhelfen, wurden im CREAM-Projekt neuartige, robuste Nachweisverfahren entwickelt, die sehr empfindlich auf diese speziellen Antibiotika reagieren. Konkret wurden für die Erfassung von Beta-Lactam-Rückständen Patronen zur Analyse mit molekular geprägten Polymeren (Molecularly Imprinted Polymers, MIPs) entwickelt.

Dabei wurden von den Projektteilnehmern sieben neuartige fluoreszierende und mit Pyren und Dansyl markierte Beta-Lactam-Antibiotika und zwei Analogstoffe von Penicillin-G synthetisiert und charakterisiert. Diese Substanzen haben einzigartige Absorptions- und Fluoreszenzeigenschaften, so z.B. Wellenlängenmaxima, Emissions-Quantenwirkungsgrade und Emissions-Lebensdauerwerte. Hinzu kommt, dass sie von synthetischen molekular geprägten Polymeren gut identifiziert werden können und auf diese Weise problemlos die Anfertigung konkurrenzfähiger Analysen von Beta-Lactam-Arzneimittel ermöglichen.

Im Projekt wurde auf der Basis eines hochgradig fluorogenen Beta-Lactam-Derivats eine Analyse mit einem molekular geprägten Sorptionsmittel für die Überwachung synthetischer Proben auf Penicillin-G entwickelt. Diese Analyse könnte für die erfolgreiche Erkennung einer Kreuzreaktionsfähigkeit mit Antibiotika von Nutzen sein, die sich aus der 6-Aminopenicillinsäure ableiten. Die neue Analyse, so die Erwartungen, dürfte von Unternehmen der medizinischen Diagnostik, aber auch solchen aus der Biotechnologie und der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.

Kontakt:

Ph.D. Maria Moreno-Bondi
Universidad Complutense De Madrid
2 Avenida de Seneca 2, Ciudad Universitaria
28040 Madrid, Spanien
Tel: +34-91-3944196
Fax: +34-91-3944329
Email: mcmbondi@quim.ucm.es

Ph.D. Maria Moreno-Bondi | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ucm.es/info/analitic

Weitere Berichte zu: Antibiotikum Beta-Lactam-Antibiotika Milch Polymer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften