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Europäische Kryoforschungsbank eröffnet

10.09.2003


Neue Substrate zur Ablage von Bioproben



Mit eurocryo hat das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT nach dem Zentrum für Kryobiotechnologie und Kryobiophysik auch eine Kryoforschungsbank in Betrieb genommen. Das Einfrieren und Lagern von Zellsuspensionen und kleinsten Gewebeteilen bei Temperaturen unter minus 130 Grad ist gegenwärtig die einzige Möglichkeit, um biologisches Material bis zu Jahrzehnte ohne Verringerung der Lebensfähigkeit aufzubewahren.



Aufgabe der Europäischen Kryoforschungsbank ist es, wertvolle und einzigartige Zellsammlungen, so genannte Bioressourcen, aus den verschiedenen Bereichen der Biowissenschaften anzulegen. Die Lebendablage von Zellsuspensionen erlaubt eine Vermehrung zu jedem späteren Zeitpunkt, vor allem jedoch die retrospektive Untersuchung von Proben. Auch nach Jahrzehnten kann nach Genen, Makromolekülen, Krankheiten, Erregern und Verunreinigungen gesucht werden, für die heute weder Methoden noch Kenntnisse existieren.

Auf mehr als 1.200 Quadratmetern werden Kryolagertanks mit einem Nettovolumen von jeweils bis zu 1.400 Litern installiert. Die Kryobankanlage dient als Demonstrationsbank für neue Technologien. Das Kernstück dieser Kryotechnologie sind neue Substrate zur Ablage der Bioproben. Mit Hilfe dieser Lagersubstrate wird die Anzahl der möglichen Kryoproben in einem ersten Miniaturisierungsschritt bereits um den Faktor 10 bis 100 erhöht.

Die gesamte Kryoanlage wird etappenweise automatisiert und ist elektronisch überwacht. Die Temperatur in den Behältern wird wie der Zugang zu den Behältern lückenlos protokolliert. Neue Datenbankkonzepte werden derzeit entwickelt und erprobt. Konzepte mit sich selbst optimierenden Algorithmen werden Bioinformatikern neue Arbeitsfelder bieten.

Um eine Verwechslungssicherheit der Proben zu garantieren, wird eine elektronische Speichereinheit zusammen mit den Proben eingelagert. Die Speichereinheit enthält alle Daten, die für den Umgang und die spätere Verwendung der Probe wichtig sind. Analysedaten, Mikroskopaufnahmen oder Befunde, Datenformate sowie die Rechtslage können so direkt an der Probe hinterlegt werden. Proben lassen sich so weltweit verschicken und ohne Informationsverlust nutzen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ibmt.fraunhofer.de

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