Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Polylactid auf dem Sprung zur Wirtschaftlichkeit

27.09.2000


Im Rahmen einer vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geförderten Machbarkeitsstudie gelang einem Forschungskonsortium unter Führung des Berliner Anlagenbau-Unternehmens
Inventa-Fischer GmbH & Co KG jetzt die Entwicklung eines integrierten Verfahrens zur Herstellung des Zukunftswerkstoffs Polymilchsäure. Kernstück des Verfahrens ist die deutlich verbesserte, kontinuierliche Fermentation von Roggenmehl, die es erlaubt, Milchsäurelösungen in hoher Qualität besonders effizient bereitstellen zu können.

Sowohl die erforderliche Qualität der Milchsäure als auch ihre aufwendige Verarbeitung zu Polylactid treiben den Preis bislang in eine Höhe, der die breite Verwendung des Werkstoffs kaum wirtschaftlich erscheinen lässt.
In einem Vorläufervorhaben hatte das Forscherteam bereits bewiesen, dass Milchsäure nicht nur in Chargen, sondern auch kontinuierlich hergestellt werden kann. Die Methode hatte sich darüber hinaus als besonders produktiv herausgestellt. Nun galt es, ein funktionierendes Modell für eine spätere Pilotanlage zu entwickeln.
An einer 50-Liter-Modellanlage erprobten die Verfahrenstechniker vom Agrartechnischen Institut Bornim die kontinuierliche Milchsäurefermentation und optimierten sie. Ziel war es, den Preis des Endprodukts deutlich zu senken. Nicht nur die höhere Produktivität der Methode war von entscheidendem Einfluss, sondern auch der nun mögliche vollständige Verzicht auf zusätzliche Wuchsstoffe.
Auch die nachfolgende chemisch-technische Umsetzung der Milchsäure zum fertigen Werkstoff konnte dank tatkräftiger Entwicklungsarbeit von Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung in Golm wesentlich verbessert werden.
Was diese Veränderungen konkret für den Preis des Endprodukts bedeuten, ergab die Hochrechnung der Ergebnisse auf eine Pilotanlage mit einer Kapazität von 3000 Tonnen pro Jahr. Unter Berücksichtigung von Rohstoff-, Betriebs- und Investitionskosten könnte das Kilogramm Polylactid für rund 4,30 DM hergestellt werden - einem Preis, der für Experten erst langfristig realistisch schien.
Mit dem neuen Verfahren sind die Weichen gestellt für einen Vormarsch der biologisch abbaubaren Materialien in die Welt der Kunststoffe.
Für die technische Realisierung dieses zukunftsweisenden Verfahrens setzt Inventa-Fischer auf die Mitwirkung von Kooperationspartnern, die von dem Konzept überzeugt werden sollen. Im Anschluss daran soll zügig mit dem Bau der Pilotanlage begonnen werden.

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de

Dr. Torsten Gabriel | idw

Weitere Berichte zu: Milchsäure Pilotanlage Polylactid Wirtschaftlichkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht UVB-Strahlung beeinflusst Verhalten von Stichlingen
13.12.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Mikroorganismen auf zwei Kontinenten studieren
13.12.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften