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Gefahr für die Haut durch Kombination von Reinigungsmitteln

05.01.2001


Die hautreizende Wirkung von Seife, Fleckentferner und anderen Reinigungsmitteln wird häufig falsch beurteilt. Das haben Mediziner der Universität Jena in einer jetzt veröffentlichten Studie
nachgewiesen. Vor allem die Kombination von Reinigungssubstanzen und Lösungsmitteln, mit der man es zum Beispiel im Friseurhandwerk oder in der Metallverarbeitung zu tun haben kann, birgt Gefahren, die man bislang unterschätzt hat.

Prof. Dr. Peter Elsner, Direktor der Universitäts-Hautklinik Jena, und seine Mitarbeiter haben in ihrer Untersuchung eine realistische Situation abgebildet. Denn der ständige Kontakt mit unterschiedlichen Substanzen stellt für viele Berufsgruppen ein besonderes Problem dar. So enthalten zum Beispiel Schmiermittel, wie man sie in der Metallindustrie einsetzt, Lösungsmittel. Beim Reinigen der Maschinen werden Reinigungssubstanzen verwendet, die Detergentien enthalten. Diese Zusätze erhöhen die benetzende Wirkung von Wasch- und Putzmitteln.

Die Kombination von Detergentien und Lösungsmitteln greift die Haut in einem hohen Maße an. "Wir haben es hier nicht nur mit einer Summierung, sondern mit einer Potenzierung der schädlichen Wirkung zu tun", betont Prof. Elsner, "das macht viele Arbeitsplätze viel gefährlicher, als wir bisher dachten." Untersucht haben die Wissenschaftler die Wirkung von Natriumlaurylsulfat, einem Detergens, das in nahezu allen Seifen, Shampoos und Badezusätzen enthalten ist, und von Toluol, einem organischen Lösungsmittel, wie es zum Beispiel zur Entfernung von Fettflecken oder Klebstoffresten verwendet wird.

Insgesamt 20 Freiwillige mit gesunder Haut nahmen an der Untersuchung teil. Die Jenaer Dermatologen behandelten vier Tage lang kleine Testfelder auf dem Unterarm der Probanden jeweils entweder nur mit Natriumlaurylsulfat oder nur mit Toluol oder abwechselnd mit beiden Substanzen. Die Wissenschaftler trugen dafür jeweils morgens und nachmittags die Substanzen auf die Haut auf und ließen sie 30 Minuten einwirken. Das alarmierende Ergebnis: Die hautschädigende Wirkung beider Substanzen erhöhte sich durch die Kombination überproportional.

Detergentien beeinträchtigen vor allem den Schutzmantel der Haut, der sowohl das Eindringen von Stoffen in die Haut als auch den Verlust von Wasser durch die Haut verhindert. Je mehr Wasser durch die Haut verloren geht, desto stärker ist die Epidermis bereits geschädigt. Das diente den Jenaer Medizinern als Parameter in ihrer Studie. Lösungsmittel dagegen rufen Entzündungsreaktionen auf der Haut hervor. Sowohl diese Entzündungen als auch der Wasserverlust waren nach der Behandlung mit beiden Substanzen viel stärker ausgeprägt, als man das nach bisherigen Untersuchungen der Einzelsubstanzen erwarten konnte.

Bei der Klassifizierung von Schadstoffen dürfe man sich deshalb nicht länger auf deren Einzelbeurteilung verlassen, fordert Prof. Elsner. Vielmehr müsse man alle an einem Arbeitsplatz vorkommenden Substanzen mit einbeziehen. Auch bei der Entwicklung von Hautschutzcremes müssten die Erkenntnisse aus Jena Berücksichtigung finden, meint der Dermatologe. Eine Creme, die zum Beispiel vor dem Kontakt mit Detergentien schützt, kann die Wirkung von Lösungsmitteln unter Umständen verschlimmern. Notwendig seien daher breit wirksame Mittel, die die Haut vor beiden Stoffklassen schützen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Peter Elsner
Direktor der Klinik für Hautkrankheiten der Universität Jena
Tel.: 03641/937-370, Fax: 937-343
E-Mail: elsner@derma.uni-jena.de

Literatur: Wigger-Alberti W, Krebs A, Elsner P (2000): Experimental irritant contact dermatitis due to cumulative epicutaneous exposure of sodium lauryl sulfate and toluene - single and concurrent application. British Journal of Dermatology 143:551-556


Friedrich-Schiller-Universität Jena
Susanne Liedtke
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Fürstengraben 1
D-07743 Jena
Telefon: 03641 · 931040
Telefax: 03641 · 931042
E-Mail: h1lisu@sokrates.verwaltung.uni-jena.de

Susanne Liedtke | idw

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