Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sehen, wie das Gehirn denkt

21.08.2003


Die funktionelle Bildgebung ist eine Schlüsseltechnologie der Neurowissenschaften: Sie eröffnet den Forschern den Blick ins menschliche Gehirn. Mit Hilfe der Kernspintomographie werden die Gehirnstrukturen, die unseren mentalen Fähigkeiten zugrunde liegen, mit hoher räumlicher Auflösung direkt sichtbar gemacht.



In Saarbrücken und Homburg ist ein neu gegründeter Arbeitskreis funktionelle Bildgebung dem menschlichen Denken und Erinnern auf der Spur. Die Gehirnforscher interessiert vor allem der Ort des Geschehens: Wo genau werden Handlungen, Bewegungen, Gefühle, Erinnerungen verarbeitet und abspeichert?



Mit Hilfe der funktionellen Kernspintomographie (fMRT) können die Wissenschaftler sichtbar machen, wie das Gehirn denkt. Ein Beispiel: Wenn uns jemand nach unserer Telefonnummer fragt, haben wir meist sofort die Antwort parat. Im Gehirn wird hierfür ein wahres Feuerwerk gezündet. In der Magnetfeld-Röhre lässt sich messen, wo die Geistesblitze am stärksten sind. Die aktiven Gehirnregionen brauchen nämlich mehr Sauerstoff als andere. Es kommt zu erhöhter Blutzufuhr, was wiederum den Magnetismus einzelner Blutbestandteile beeinflusst. Diese Veränderungen kann man bis auf wenige Millimeter genau lokalisieren.

Im Ergebnis erhält der Forscher mehrere Querschnitte des Gehirns - von vorne, hinten, oben und von den Seiten. Die aktiven Zonen können mittels statistischer Verfahren berechnet und farblich sichtbar gemacht werden. So haben die Forscher bereits herausgefunden, dass beim kontextgebundenen Erinnern Regionen des Schläfenlappens auf der Innenseite des Gehirns die Hauptrolle spielen. Die neuen Erkenntnisse sind von Nutzen für die neuropsychologische Diagnostik, die sich z.B. mit frühkindlichen Entwicklungsstörungen befasst, und für die Sprach- und Gedächtnisforschung, die untersucht, wie ein Mensch lernt und sich in seiner Umgebung zurechtfindet.

Der Arbeitskreis funktionelle Bildgebung ist bewusst interdisziplinär angelegt. Beteiligt sind Biologen, Radiologen, Psychologen, Psychiater und weitere neurowissenschaftlich orientierte Forscher aus den Sprachwissenschaften und der Informatik. Organisiert wird der Arbeitskreis von Christoph Krick und Christian Döller, zwei Nachwuchswissenschaftlern aus der Biologie und der Psychologie.

Über Fachdisziplinen hinweg eint die Kollegen das Interesse am menschlichen Gehirn, seiner Funktionsweise aber auch an seinen pathologischen Veränderungen. Die hohe Qualität der Forschungsaktivitäten zeigt sich bereits in der Anfangsphase durch Befund-Präsentationen bei der Jahrestagung der Cognitive Neuroscience Society in New York und durch Publikationen in hochrangig internationalen Fachzeitschriften wie "Neuroimage".

Fragen beantwortet:

Professor Dr. Axel. Mecklinger
Experimentelle Neuropsychologie
Universität des Saarlandes
Tel. (0681) 302-6510, Fax -6516
E-Mail: mecklinger@mx.

Hochschul- Presseteam | idw
Weitere Informationen:
http://www.neuro.psychologie.uni-sb.de
http://www.uni-saarland.de

Weitere Berichte zu: Arbeitskreis Kernspintomographie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entzündung weckt Schläfer
29.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Rostocker Forscher wollen Glyphosat „entzaubern“
29.03.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten