Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschall zerkleinert Klärschlamm

06.06.2000


Die Entsorgung von Klärschlamm ist teuer und aufwendig. Ein neues

Verfahren vermindert nicht nur deutlich das Volumen und die Masse von Klärschlamm, sondern erhöht auch die Biogasausbeute. Das schont die Natur und rechnet sich.

Die Anforderungen an die Reinigungsleistung von Kläranlagen steigen ständig. Es werden zunehmend Chemikalien einsetzt, damit sich der Klärschlamm besser absetzt. Die Folge: Die Menge des Klärschlammes steigt. Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe IKTS, das Ingenieurbüro für Wasser und Entsorgung und der Ultraschall-Hersteller Dr. Hielscher haben ein Verfahren entwickelt, das Volumen und Masse von Klärschlamm vermindert. Dabei wird ein Teil des Gesamtschlammes mit Ultraschall behandelt und mechanisch zerkleinert. Die so behandelten Schlämme liefern mehr Biogas und lassen sich leichter entwässern.

Im Klärschlamm lagern sich verschiedene Inhaltsstoffe wie Bakterien, Viren, Zellulose oder Stärke zu Aggregaten und Flocken zusammen. Mit Ultraschall werden diese Aggregate zerstört. »Dadurch ändert sich die Struktur der Schlammflocken und das Wasser kann nun besser abgetrennt werden«, erläutert die Gruppenleiterin der Umweltverfahrenstechnik am IKTS, Dr. Ing. Hannelore Friedrich, einen Vorzug des Verfahrens. »Es wird weniger Flockungshilfsmittel benötigt, um den Klärschlamm zu entwässern«. Der Ultraschall greift aber auch die Zellwände von Bakterien an und setzt Enzyme frei. Das beschleunigt den Abbau von organischem Material. Die Gasausbeute erhöht sich deutlich und der Gesamtfeststoffgehalt des ausgefaulten Schlammes sinkt.

Das neue Verfahren wird auf Kläranlagen bereits erfolgreich eingesetzt. In einem Klärwerk, in dem neben Haus- auch Industrieabwässer eingeleitet werden (35 000 Einwohnergleichwerte), arbeitet eine großtechnische Anlage seit über einem Jahr erfolgreich. »Die Biogasausbeute wurde um mehr als 25 Prozent gesteigert«, stellt die IKTS-Wissenschaftlerin die guten Ergebnisse vor. Das neue Verfahren spart Betriebskosten. Noch deutlicher wurden die Effekte bei einer großtechnischen Erprobung auf einer Großkläranlage mit 280 000 Einwohnergleichwerten. Rechnet man die Ergebnisse des Probebetriebs hoch, können die Einsparungen pro Einwohner und Jahr mehr als 5 DM betragen. Weitere großtechnische Anwendungen des Verfahrens, das auch als Ultraschallteilstromdesintegration bezeichnet wird, stehen bevor. Auf der Entsorga (26.-29. Juni in Köln) wird das Verfahren in Halle 11, Ebene 2, Stand 019 vorgestellt.

Ansprechpartnerin:
Dr.-Ing. Hannelore Friedrich
Telefon: 03 51/25 53-5 37
Telefax: 03 51/25 53-6 05
E-Mail: friedr@ikts.fhg.de
Fraunhofer-Institut für
Keramische Technologien und Sinterwerkstoffe IKTS
Winterbergstraße 28
01277 Dresden

Pressekontakt:
Dr. Udo Gerlach
Telefon: 03 51/25 53-5 46
Telefax: 03 51/25 53-6 00
E-Mail: gerlach@ikts.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Beate Koch |

Weitere Berichte zu: Bakterien Entsorgung Kläranlage Klärschlamm Ultraschall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Polymere aus Bor produzieren
18.01.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Modularer Genverstärker fördert Leukämien und steuert Wirksamkeit von Chemotherapie
18.01.2018 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten