Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biofunktionalität von Lebensmittelinhaltsstoffen wird erforscht

24.07.2003


Die Technische Universität München richtet am Wissenschaftszentrum Weihenstephan ein Schwerpunktprogramm "Biofunktionalität von Lebensmittelinhaltsstoffen" ein.



Das wissenschaftliche Kooperationsprojekt, an dem mehrere Lehrstühle beteiligt sind, wird mit insgesamt 4,6 Millionen Euro aus der High-Tech-Offensive des Freistaates Bayern finanziert. Das gaben TU-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann und Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu heute (24. Juli 2003) bei einer Pressekonferenz in Freising-Weihenstephan bekannt. Das Projekt läuft über acht Jahre.



Mit modernen Methoden der Biowissenschaften sollen die für die Humanernährung relevanten Eigenschaften von Lebensmittelinhaltsstoffen identifiziert werden. Dabei geht es vor allem um funktionelle oder gesundheitsfördernde Wirkungen. Letztlich sollen diese Erkenntnisse der Entwicklung innovativer Produkte für den Lebensmittelsektor dienen. Damit soll ein Beitrag für eine gesunde Ernährung im Sinne von Prävention und Therapie ernährungsabhängiger Erkrankungen geleistet werden. Beispielsweise auch durch die Entwicklung von "functional food" und "special foods" für definierte Zielgruppen (altersabhängige Diätformen, Nahrungsergänzungen, Diätformen für bestimmte Erkrankungen und Bedürfnisse, bilanzierte Ernährungsformen).

"Wir starten ein äußerst interessantes, anspruchsvolles und innovatives Vorhaben, das es in dieser Form in Europa bisher nicht gibt", sagte TU-Präsident Herrmann. "Dies ist ein weiterer Schritt auf dem Weg des Wissenschaftszentrums Weihenstephan der TU München und damit des Freistaates Bayern zu einem international anerkannten Kompetenzzentrum, das die Bereiche Lebensmittel und Gesundheit miteinander verbindet. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um bei den Förderprogrammen auf Bundes- und Europaebene in der ersten Liga mit zu spielen."

Das Projekt vereint Forschergruppen, die chemisch-analytische, physiologische und verfahrenstechnologische Kompetenzen einbringen. Ein besonderes Spezifikum ist die Einbindung der Ernährungsmedizin, die gerade am Wissenschaftszentrum Weihenstephan und am Klinikum rechts der Isar der TU München etabliert wird (Else Kröner Fresenius-Zentrum). Die Forschergruppe bildet den Nukleus des neu gegründeten Zentralinstituts für Ernährungs- und Lebensmittelforschung (ZIEL). Die Sprecherfunktion übernimmt der Lehrstuhl für Biofunktionalität der Lebensmittel (Prof. Gerhard Rechkemmer).

Neben der Identifizierung der relevanten Eigenschaften von Lebensmittelinhaltsstoffen geht es auch um die Aufklärung der Wirkungsmechanismen dieser Substanzen. Dazu sind mechanische Untersuchungen an Zellkultursystemen ebenso notwendig wie die Anwendung zellphysiologischer und molekularbiologischer Methoden. Für die Charakterisierung funktioneller Lebensmittelwirkungen müssen alle verfügbaren biomedizinischen Methoden der Genomik, Proteomik und Metabolik eingesetzt werden. Nicht zuletzt müssen mit Hilfe verfahrenstechnischer Methoden Technologien zur Gewinnung bioaktiver Inhaltsstoffe aus biologischem Ausgangsmaterial (z.B. Milch) erarbeitet sowie Fragen der Einbringung dieser Inhaltsstoffe in andere Lebensmittel geklärt werden.

Der Standort Freising-Weihenstephan bietet mit seiner Forschungsinfrastruktur und der akademischen Lehre in den Studiengängen Ernährungswissenschaften, Molekulare Biotechnologie, Brau- und Lebensmitteltechnologie, Biologie und Agrarwissenschaften ein solitäres Umfeld für die Entwicklung des Wissenschaftsgebietes. Die Nachfrage nach Studienplätzen ist zum kommenden Wintersemester wieder sehr gross.

Dieter Heinrichsen M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress
23.02.2018 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics