Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemiker rekonstruieren prähistorische Ereignisse

07.07.2003


Wiener Forscher optimieren Knochenanalyse auf 7.000 Jahre altem Schlachtfeld




Wiener Forschern ist es gelungen, Skelettfunde auf einem 7.000 Jahre alten Schlachtfeld genau zu analysieren. Das war mit Hilfe der präzisen Bestimmung des Elements Strontium im Knochenmaterial der Opfer der historischen Schlacht möglich. Das interdisziplinäre Projekt wurde vom FWF gefördert und soll in Zukunft auch die Rekonstruktion anderer historischer Ereignisse ermöglichen.

... mehr zu:
»Element »Knochen »Skelet »Strontium


Mit Hilfe der von den Forschern der Wiener Universität für Bodenkultur (BOKU) entwickelten Methode ist es möglich, Freund und Feind auf Schlachtfeldern der Neusteinzeit zu unterscheiden. Die Chemiker konnten anhand des chemischen Elements Strontium, das über den Stoffwechsel in Knochen und Zahnschmelz eingelagert wird, einzelne Knochen charakterisieren und zuordnen. "Da Strontium in den Knochen kontinuierlich mit dem über die Nahrung gelieferten Strontium ausgetauscht wird, spiegelt das Isotopen-Verhältnis im Knochenmaterial jenes der jeweiligen Umgebung wider", so Studienleiter Thomas Prohaska, Professor für Chemie an der BOKU-Wien. Daher kann die Bestimmung des Strontium-Isotopen-Verhältnisses im Knochen Auskunft geben, aus welchem Gebiet ein Mensch stammte.

Der wissenschaftliche Wert dieser Methode konnte in Kooperation mit dem Team um Maria Teschler-Nicola vom Naturhistorischen Museum Wien an einer Grabungsstätte in Asparn/Niederösterreich belegt werden. Hier wurden mehr als 100 menschliche Skelette auf engstem Raum in einem Dorf aus der Neusteinzeit gefunden. Durch die Unterscheidung einzelner Skelette konnten die Forscher belegen, dass es sich dabei um eine Auseinandersetzung der Dorfbewohner gegen Eindringlinge handelte. "Zur Klärung der Frage, ob eine kriegerische Auseinandersetzung stattgefunden hatte, konnte die traditionelle Methode der Anthropologie nicht angewendet werden, da diese auf dem Vergleich morphologischer Merkmale beruht und einen guten Erhaltungszustand der Skelette voraussetzt", führt der Experte aus.

In einem weiteren Projekt soll die Methode noch verfeinert werden. "Ziel dieser Arbeit ist es, das Wanderverhalten von Einzelpersonen bestimmen zu können", erklärt Prohaska. Dazu wird das Strontium-Isotopen-Verhältnis in den Knochen mit dem in den Kauzähnen verglichen. Auch dieses Forschungsprojekt wird vom FWF gefördert.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fwf.ac.at
http://www.boku.ac.at

Weitere Berichte zu: Element Knochen Skelet Strontium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit grüner Chemie gegen Malaria
21.02.2018 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Vom künstlichen Hüftgelenk bis zum Fahrradsattel
21.02.2018 | Frankfurt University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics