Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Studie zu Dioxin-Belastung in Kindergärten

19.10.2000


Auch 15 bis 25 Jahre nach der Verwendung von Holzschutzmitteln in Kindergärten ist die Belastung der Raumluft mit krebserregenden Dioxinen und Furanen unverändert hoch. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. rer. nat.
Karl-Heinz Jacobs (Medizinische Fakultät der RUB) in seiner Dissertation "Belastung der Innenraumluft von Kindergärten mit Dioxinen und Furanen aus Holzschutzmitteln in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchtigkeit".

Acht von 15 Tagesstätten müssten saniert werden
Hohe Schadstoff-Konzentration überdauert Jahrzehnte
RUB-Mediziner misst Dioxin-Belastung in Kindergärten

Der Sollwert des Bundesgesundheitsamtes für die Dioxinaufnahme von drei- bis sechsjährigen Kindern und Säuglingen wird überschritten, acht der 15 untersuchten Kindergärten sind sanierungsbedürftig.

Sanierungsgrenze überschritten

Die in den Kindergärten gemessenen Schadstoffkonzentrationen lagen zwischen 0,9 und 6,5 pg je Kubikmeter und damit alle über der in der Fachliteratur vorgeschlagenen Sanierungsgrenze von 0,5 pg je Kubikmeter. Der durch das Bundesgesundheitsamt festgelegte Grenzwert der Dioxinaufnahme wird für ein dreijähriges Kind bei achtstündigem Aufenthalt im Kindergarten bei einer Konzentration von 2,99 pg je Kubikmeter erreicht - acht Kindergärten müssten also saniert werden. Legt man die erwachsenen Erzieherinnen als Bewertungsmaßstab zugrunde, war allerdings keine der Kindertagesstätten sanierungsbedürftig: Selbst bei 24-stündigem Aufenthalt wird der Interventionswert des BGA erst bei einer Konzentration von 28 pg pro Kubikmeter erreicht, bei achtstündiger Arbeitszeit erst bei 85 pg/m3.

Temperatur und Feuchtigkeit bestimmen die Schädlichkeit

Für seine Studie nahm Jacobs jeweils 70 Messungen im Messraum und in Originalkindergärten vor. Bei den systematischen Untersuchungen im Messraum untersuchte er den Zusammenhang von Schadstoffkonzentration und den Gegebenheiten des Raums. Sechs Faktoren bestimmen die Innenraumbelastung: die diffusionsfähige Holzoberfläche, die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur, das Vorhandensein von Altstäuben, die Einwirkung von Licht und die Neubildung. Besonders Luftfeuchtigkeit und Temperatur beeinflussen die Schädlichkeit der Stoffe stark. Der TEQ-Wert (Toxic Equivalency Unit), der die Schädlichkeit ausdrückt, verdoppelte sich im Luftfeuchtigkeitsintervall von 45-75 Prozent relativer Feuchtigkeit. Zwischen 22° C und 36° C verzehnfachte sich der Gehalt der Luft an Dioxinen und Furanen. Wie stark der Konzentrationsabbau der Schadstoffe durch den Abtransport in die Außenluft beim Lüften ist, konnten die Experimente nicht exakt zeigen, er scheint aber geringer zu sein als bisher angenommen.

Weitere Informationen

Dr. Karl-Heinz Jacobs, Auf dem Ilberg 18, 58285 Gevelsberg, (dienstl.) Marien-Hospital Witten, Marienplatz 2, 58452 Witten, Tel. 02302/173-0

Dr. Josef König | idw

Weitere Berichte zu: Aufenthalt Dioxinen Luftfeuchtigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften