Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Gentherapie gegen Taubheit

02.06.2003


Forscher der University of Michigan haben im Innenohr von Meerschweinchen mit Hilfe der Gentherapie akustische Haarzellen wachsen lassen. Es ist dies laut Wissenschaftlern der erste Schritt zu einer Therapie gegen Taubheit bedingt durch den Verlust von Haarzellen. Diese Zellen wandeln im Innenohr Schallwellen in Nervenimpulse um, können aber durch Lärm und Infektionen verloren gehen. Seit den späten 80er-Jahren suchen Forscher nach neuen Wegen, Säugetiere wieder mit verloren gegangenen Haarzellen auszustatten, da zu diesem Zeitpunkt entdeckt wurde, dass Vögel geschädigte Haarzellen spontan regenerieren können. Bei erwachsenen Vögeln ist im Innenohr ein Wachstumsgen aktiv. Beim Menschen sowie erwachsenen Säugetieren hat das Pendant seine Arbeit großteils eingestellt.



Seit 1994 haben die US-Forscher an einer Methode gearbeitet, das so genannte "Math1"-Gen in das Innenohr von Versuchstieren zu befördern. Mit einem entschärften Adenovirus als Vektor gelang die Einschleusung des Gens. Bei den 14 erwachsenen Meerschweinchen entwickelten sich aus Epithelzellen neue Haarzellen. Der Vektor wurde in die Innenohrflüssigkeit injiziert. 60 Tage nach der Injektion fanden die Forscher unter der Leitung von Yehoash Raphael Haarzellen in Regionen, wo normalerweise keine vorkommen. Zudem verbanden sich Hörnerven des Gehirns mit den umgewandelten Zellen, berichten die Wissenschaftler in der medizinischen Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience".



"Das Innenohr ist als Ziel einer Gentherapie ideal, da es weitgehend abgeschlossen ist", erklärt Raphael. So lange die injizierte Menge klein sei, bleibe auch die Ausbreitung in andere Organe minimal. Da bei Meerschweinchen das Innenohr sehr klein ist, wurden im Zuge der Injektion einige Haarzellen verletzt. "Das Innenohr des Menschen ist größer und wird weniger leicht geschädigt", so Raphael. In weiteren Versuchen will das Team nun klären, ob die veränderten Zellen auch funktionieren und Signale zu den Hörnerven weiterleiten. Weitere Test mit älteren und gänzlich tauben Versuchstieren sind geplant. "Die Versuche sind aber erst der Anfang. Sie zeigen nur, dass die Methode im Prinzip funktioniert", resümiert der Studienleiter.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umich.edu

Weitere Berichte zu: Gentherapie Haarzelle Innenohr Meerschweinchen Taubheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sollbruchstellen im Rückgrat - Bioabbaubare Polymere durch chemische Gasphasenabscheidung
02.12.2016 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht "Fingerabdruck" diffuser Protonen entschlüsselt
02.12.2016 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie