Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsverbund soll Ökotoxikologie aufwerten

15.09.2000


Nachwuchsmangel bedroht wissenschaftliche Kompetenz im Land


Warum schwimmen wieder Lachse im Rhein? Wie kommt giftiges Dioxin in den Boden? Antworten darauf geben Ökotoxikologen, Vertreter einer Wissenschaftsdisziplin, die in Baden-Württemberg derzeit auf rund 35 Institute an acht Universitäten des Landes verteilt ist. Die Akademie für Technikfolgenabschätzung (TA-Akademie) kommt jetzt in einer Studie im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg zu dem Schluss, dass im Sinne der Zukunftsfähigkeit dieser Disziplin und auch des Landes unbedingt universitätsübergreifende Forschungsverbünde notwendig sind, um dem wichtigen Themenfeld zu einem angemessenen Stellenwert in der Öffentlichkeit und der Forschungslandschaft zu verhelfen.
"Die Themen sind so komplex und betreffen mit Biologie, Chemie und Medizin so viele verschiedene Forschungsfelder, dass nur die Zusammenführung unterschiedlicher Forschungsergebnisse und Sichtweisen dem Thema gerecht wird", sagt Holger Flaig, einer der Autoren der Studie. Flaig warnt vor permanentem Kompetenzverlust in dem vergleichsweise noch jungen Fachgebiet, falls es nicht gelingt, junge Wissenschaftler anzusprechen. "Als interdisziplinäres Fach hat die Ökotoxikologie Mühe, sich bei der Notwendigkeit von Einsparungen im Hochschulbereich gegen etablierte Fächer zu behaupten", so Flaig. Allein zwischen 1996 und 2000 waren von den im Forschungsprofil erfassten 71 Experten rund ein Drittel in den Ruhestand gegangen oder in andere wissenschaftliche Einrichtungen gewechselt. Deshalb fordern die Autoren, vor allem junge Wissenschaftler über Forschungsverbünde und durch gezielte Programme zu fördern, denn die Aufgaben der Ökotoxikologen werden in Zukunft eher noch zunehmen. Sowohl in der Waldschadensforschung als auch im Gewässerschutz oder bei der Wirkung von Umweltgiften sind ökotoxikologische Fragestellungen weiterhin von großer Bedeutung.

Als mögliche Themenschwerpunkte der Forschungsverbünde haben die Autoren die Bereiche Ökotoxikologie organischer Schadstoffe in Gewässern und organischer Stoffe aus der Atmosphäre ausgemacht. Aufgrund einer aktuellen Ausschreibung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst besteht jetzt die Chance zur Formulierung eines Antrages besteht, um ein Forschungsprojekt für mehrere Jahre zu finanzieren.
www.mwk-bw.de/aktuelles/index/ausschreibungen.html.

Um zu einer thematisch klar definierten Orientierung und Förderung der Forschung zu kommen, müssen nach Meinung der TA-Akademie schnellstmöglich entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Baden-Württemberg als Forschungsstandort für neue Projekte in der Ökotoxikologie attraktiv wird.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Birgit Spaeth |

Weitere Berichte zu: Ökotoxikologe Ökotoxikologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie