Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Irrtum weniger in der Welt der Chemie

05.05.2003


Dr. Dirk Leusser (37) von der Uni Würzburg hat ein Konzept als falsch entlarvt, das in der Welt der Chemie weit verbreitet ist. Für diese Leistung bekommt er den mit 500 Euro dotierten Procter & Gamble-Förderpreis 2002 verliehen.



Dr. Leusser interessierte sich für die Art der Bindung zwischen Schwefel- und Stickstoffatomen. In seiner Dissertation hat er mit Röntgenbeugungsexperimenten an Kristallen nachgewiesen, dass es sich dabei nicht um eine klassische Doppelbindung handelt, sondern um eine Einfachbindung, die durch Ladungen an den beteiligten Atomen verstärkt wird.

... mehr zu:
»Bindung »Chemiker »Molekül


Warum das wichtig ist? Die Art der Bindung hat große Folgen für die Reaktivität eines Moleküls, und ein Chemiker kann daran abschätzen, was mit dem Molekül so alles machbar ist. Jetzt muss sich die Erkenntnis von Leusser nur noch durchsetzen: "Das Konzept der Schwefel-Stickstoff-Doppelbindung ist weit verbreitet; man findet es zum Beispiel in vielen Schul- und Lehrbüchern", so der Wissenschaftler.

Dirk Leusser, in Würzburg geboren, hat hier Physik studiert. Zur Diplomarbeit wechselte er in die Anorganische Chemie zu Prof. Dr. Dietmar Stalke, um dort ein Thema aus der Kristallographie zu bearbeiten. 2002 promovierte er dann auch bei Stalke.

Die Ergebnisse aus Leussers Doktorarbeit wurden 2002 in der internationalen Ausgabe des Fachblatts "Angewandte Chemie" veröffentlicht. Damit waren die Voraussetzungen für den Procter & Gamble-Förderpreis erfüllt: Eine besondere wissenschaftliche Leistung, erbracht im Diplom- oder Promotionsstudiengang Chemie an der Uni Würzburg, veröffentlicht in einem angesehenen Journal. Den von der Procter & Gamble European Service GmbH (Schwalbach) gestifteten Preis vergibt die Würzburger Fakultät für Chemie und Pharmazie im jährlichen Turnus.

Dr. Leusser nimmt die Auszeichnung am Donnerstag, 8. Mai, um 17.15 Uhr im Hörsaal C des Zentralgebäudes Chemie am Hubland entgegen. Die Preisverleihung findet bei einer Vortragsveranstaltung der Gesellschaft Deutscher Chemiker statt: Anschließend spricht Prof. Dr. Peter W. Atkins vom Lincoln College (Oxford) zum Thema "100 Years of Physical Chemistry".

Weitere Informationen: Dr. Dirk Leusser, T (0931) 888-4784, Fax (0931) 888-4619, E-Mail: leusser@chemie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Bindung Chemiker Molekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D
19.09.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Ein Traum von einem Schaum
19.09.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie

19.09.2017 | Förderungen Preise