Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Übergewicht, Falten und Haarwuchs haben ein Gen gemeinsam

08.04.2003


Mutation macht Mäusehaut straff und dick



Was Falten, Haarwuchs und Übergewicht gemeinsam haben ist ein einziges Gen, wie nun Forscher der Washington University School of Medicine entdeckt haben. Demnach soll ein vom "Fett-Gen" kodiertes Protein bei Mäusen nicht nur für den Fettstoffwechsel, sondern auch für die normale Haut- und Haarentwicklung zuständig sein. War das bekannte Gen, das bereits als Angriffsziel für Medikament gegen Fettsucht im Visier der Forscher steht, mutiert, war die Haut der Tiere straff und dick. Der Haarwuchs war deutlich eingeschränkt, berichten die Forscher in der Online-Vorabpublikation des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS).

... mehr zu:
»FATP4 »Falten »Gen »Haarwuchs »Mäuse »Protein »Übergewicht


Die Forscher unter der Leitung des Mediziners, Zellbiologen und Physiologen Jeffrey H. Miner züchteten ursprünglich Mäuse für gänzlich andere Zwecke. Dabei entdeckten sie bei einem Mäuse-Stamm eine Gen-Mutation. Überrascht zeigten sich die Wissenschaftler vom Ort der Mutation. Sie erfolgte in jenem Gen, das die Produktion jenes Proteins auslöst, das für den Fettsäure-Transport im Körper eine Rolle spielt. Das dementsprechende Protein trägt den Namen Fettsäure-Transportprotein 4 (FATP4). FATP4 ist eines von sechs Proteinen bei Menschen bzw. fünf bei Mäusen dieser Art. Bei Zugabe der Proteine zu Zellen in einer Petrischale verändern sie den Modus, mit dem die Zellen Fettsäuren absorbieren. Da FATP4 als einziges derartiges Protein im Darm zu finden ist, wird davon ausgegangen, dass für die Verarbeitung von Fettsäuren aus der Nahrung eine zentrale Rolle spielt.

"Bislang gab es noch keine Überlegungen, ob das Protein auch für die Entwicklung der Haut eine Bedeutung hat", so Miner. Mäuse mit dieser Gen-Mutation bildeten die Haut als Schutzbarriere gegen Wasserverdunstung und schädliche Substanzen nicht ausreichend aus. Stattdessen erschien die Haut etwa drei mal so dick wie jene normaler Mäuse. Die Forscher zogen den Schluss, dass die abnorme Dicke der Haut ein Kompensationsversuch für den fehlenden Schutz ist. Noch handelt es sich laut Miner um vorläufige Ergebnisse. Sie könnten aber neue Einblicke in verschiedene Zustände geben. "Ein Medikament könnte zum Beispiel das Protein partiell inhibieren und einige Merkmale der faltenfreien Mäuse nachahmen", so Miner. Die Ergebnisse werfen aber auch die Frage auf, ob Medikamente gegen Fettsucht, die auf dieses Protein abzielen, nicht an einer anderen Stelle im Körper zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

In weiteren Studien will das Team jetzt die entwicklungsbiologische Rolle dieser Proteine klären. Ein Patent für die Verwendung von FATP4-Inhibitoren gegen Faltenbildung und Haarwuchs wurde bereits beantragt.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.pnas.org
http://www.wustl.edu

Weitere Berichte zu: FATP4 Falten Gen Haarwuchs Mäuse Protein Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sollbruchstellen im Rückgrat - Bioabbaubare Polymere durch chemische Gasphasenabscheidung
02.12.2016 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht "Fingerabdruck" diffuser Protonen entschlüsselt
02.12.2016 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie