Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen in der EU stark zurückgegangen

24.03.2003


"Pipeline" mit gentechnisch veränderten Pflanzen prall gefüllt / EU rechnet wieder mit einem Anstieg der Freilandversuche / Märkte weiterhin unsicher


In den Staaten der Europäischen Gemeinschaft ist die Zahl der Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen seit 1998 um etwa 80 Prozent gesunken. Das zeigt eine Untersuchung, die das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe, zusammen mit der Universität Hohenheim und dem Institute for Prospective Technological Studies, Sevilla (Spanien), für die Europäische Kommission erstellte. Grund dafür war das geltende EU-weite Moratorium für einen Anbau solcher Pflanzen. Weltweit stieg die Fläche, auf der gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut wurden, im Jahr 2002 dagegen auf fast 60 Millionen Hektar.

Die Gründe für die Zurückhaltung in Europa sind vielfältig. Zusätzlich zu dem Moratorium, auf das sich der EU-Umweltministerrat 1999 geeinigt hatte, ist die Akzeptanz gentechnisch veränderter Produkte bei den Verbrauchern ausgesprochen niedrig. Daraus ergeben sich erhebliche Marktunsicherheiten für die Hersteller. So ist es nicht verwunderlich, dass vornehmlich multinationale, finanzkräftige Firmen auf diesem Gebiet aktiv sind. Sie führen gut 65 Prozent aller Freisetzungsversuche durch. Kleine oder mittlere Unternehmen sind mit einem Anteil von 6 Prozent dagegen wesentlich zurückhaltender und versuchen sich vorwiegend in Nischenmärkten zu positionieren. Der Rest der Freisetzungen entfällt auf öffentliche Forschungsstätten, Universitäten oder andere Einrichtungen.


Dennoch ist die Pipeline mit gentechnisch veränderten Organismen für die Landwirtschaft auch in den europäischen Ländern prall gefüllt. Nachdem im Oktober vergangenen Jahres eine EU-Richtlinie das Freisetzen gentechnisch veränderter Organismen neu regelte, erwartet die Europäische Union wieder ein Anwachsen bei den Feldversuchen. Zunächst konzentrieren sich die Hersteller nach den Untersuchungen des Fraunhofer ISI auf die Herbizidresistenz von Pflanzen sowie auf die Stärkung der Widerstandskräfte gegenüber Insektenbefall und Krankheiten. Voraussichtlich erst im nächsten Jahrzehnt sind dann verstärkt Pflanzen mit gesundheitsfördernden Substanzen oder Allergen-reduzierte Pflanzen für die menschliche Ernährung zu erwarten.

Einzelheiten der Studie »Review of GMOs under Research and Development and in the Pipeline in Europe« finden sich im Internet unter www.jrc.es/gmoreview.pdf. Zu beziehen ist die Studie ferner beim Fraunhofer ISI.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI erweitert das naturwissenschaftlich-technisch orientierte Fachspektrum der Fraunhofer-Gesellschaft um wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aspekte. Dazu analysiert es technische Entwicklungen sowie deren Marktpotentiale und Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams des Instituts konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf die Regionalforschung und Forschungspolitik.

Für Fragen zur Studie:
Dr. Klaus Menrad
Telefon: (0721) 6809 330
E-Mail

Ansprechpartner für die Medien:
Bernd Müller
Telefon: (0721) 6809 100
E-Mail

Bernd Müller | Fraunhofer ISI
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/bt/mitarbeiter/d_me.htm
http://www.isi.fhg.de/pr/bm.htm

Weitere Berichte zu: Freilandversuche Moratorium Organismus Pipeline

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt
11.12.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Mit den Augen der Biene: Zoologe der Uni Graz entwickelt Verfahren zur Verbesserung dunkler Bilder
11.12.2017 | Karl-Franzens-Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

11.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet

11.12.2017 | Förderungen Preise

Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie