Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakteriophagen als billige Impfstoffe

10.03.2003


Forscher auf der Suche nach Abwehr gegen Biowaffen-Angriffe



Genetisch veränderte Bakteriophagen sind nach Ansicht britischer Forscher die Impfstoffe der Zukunft. Sie sind effektiver als einfache DNAs, da sie rasch eine Immunantwort hervorrufen, meinen Forscher des Moredun Research Institute in Großbritannien. Die Wissenschaftler suchen nach wirksamen Möglichkeiten, einen eventuellen Angriff mit Biowaffen abzuwehren und eine rasche Herstellung effektiver Impfstoffe.



"Theoretisch könnten innerhalb von wenigen Tagen Millionen Dosen mit einfachsten Mitteln hergestellt werden", so John March, einer der führenden Wissenschaftler beim American Society for Microbiology’s Biodefense Research Meeting. Bakteriophagen sind Viren, die Bakterien infizieren, nicht aber Menschen. In der soeben vorgestellten Studie hatten die Forscher Bakteriophagen als Vehikel für Gene des Hepatitis B-Virus in Mäusen verwendet und deren Fähigkeit eine Immunantwort auszulösen, untersucht. Im Vergleich dazu hatten die Forscher auch eine Vakzine untersucht, die aus einer einfachen DNA hergestellt wurde. Dabei fanden sie heraus, dass die Bakteriophagen nicht nur eine Immunantwort hervorriefen, sondern schon in geringerer Menge wirkten als die DNA.

"Die Verwendung von Bakteriophagen als Vakzinkomponenten ergab mehrere Vorteile gegenüber der Nutzung der DNA-Variante", so March. "Bei Bakteriophagen ist die DNA innerhalb der Proteinhülle des Virus geschützt, dadurch bleibt sie länger wirksam und einfacher zu lagern", erklärt der Experte. Bakteriophagen haben eine große Klon-Kapazität, dadurch ist die Herstellung großer Mengen billig, schnell und ziemlich einfach. Das wäre im Falle eines Bio-Terror-Angriffs eine optimale Voraussetzung.

Die American Society for Microbiology (ASM)ist die größte Life-Science Gesellschaft mit über 42.000 Forschern, Lehrern und anderen Wissenschaftlern. Die Gesellschaft beschäftigt sich auch mit dem Problem eines möglichen Einsatzes von lebensbedrohlichen Krankheitserregern und Biowaffen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.asmbiodefense.org
http://www.asmusa.org

Weitere Berichte zu: Bakteriophagen DNA Immunantwort Impfstoff Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie