Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikrobläschen verbessern Gentherapie

24.02.2003


Auf Viren zur Übertragung modifizierter DNA wird verzichtet



Britische Forscher warten mit einem vielversprechenden Weg in der Übertragung einer Gentherapie auf. Die neue Methode verzichtet auf Viren zum Transport modifizierter Gene zum Zielgewebe. Viren sind als Genfähren nicht zwangsläufig sicher, andere Methoden funktionieren wiederum nicht gleich gut. Wissenschaftler des Hammersmith Hospitals dem Imperial College London und des Medical Research Council sehen die Lösung in der Kombination von Mikrobläschen und Ultraschall.

... mehr zu:
»DNA »Gentherapie »Mikrobläschen »Mäuse »Virus


Kleine Gasbläschen mit einer Größe von etwa drei Mikrometer stehen bereits bei Ultraschall-Scans als Kontrastmittel in Verwendung. Die Mikrobläschen werden intravenös injiziert und verstärken das Ultraschallsignal. In der Folge verbessert sich die Darstellung der Mikrozirkulation wie z.B. im Bereich von Leber und Herz. Wie sich nun zeigte, werden die Luftbläschen durch den Ultraschall auseinander gesprengt. In den Zielzellen führt dies zu einer Perforierung und die DNA gelangt so in die Zelle.

Bislang wurde die Methode lediglich an Skelettmuskeln von Mäusen getestet. Das britische Forscherteam verwendete bereits einen bei Ultraschall-Untersuchungen in Verwendung stehenden Typus von Mikrobläschen und mischte diesen mit veränderter DNA. Die Mischung injizierten sie in die Skelettmuskelzellen von Mäusen verschiedenen Alters. Durch die Ultraschall-Behandlung zerrissen die Zielzellen. Die modifizierte DNA konnte durch die erlittene Perforation der Zellen leichter eindringen. Die Technik übertraf konventionelle Methoden um das Zehnfache, schreibt das Hammersmith Hospital. Selbst ohne Ultraschall-Applikation waren die Mikrobläschen laut Forschern effektiver, besonders bei jungen Mäusen. Letztendlich hoffen die Wissenschaftler auf einen Einsatz bei der Behandlung von Muskeldystrophie bei Kindern.

Die Gentherapie ist seit einiger Zeit im Visier der Forscher. Durch die Modifikation der Gene soll eine Vielzahl an Erkrankungen behandelt werden. Probleme machen aber Infektionen von gesundem Gewebe und die Stimulierung gefährlicher Immunreaktionen. "Die Gentherapie bietet in Zukunft für die Heilung und letztendlich für die Prävention schwerer Erkrankungen großes Potenzial. Aber sie ist noch immer in den Kinderschuhen", erklärt der Radiologe Martin Blomley vom Hammersmith Hospital. Jetzt, wo aber eine gute Übertragungsmethode gefunden worden sei, müsste zur Verbesserung der Technik die Forschung weiter ausgebaut werden.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hammersmithresearch.com,

Weitere Berichte zu: DNA Gentherapie Mikrobläschen Mäuse Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse
21.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wie Pflanzen ihr Gedächtnis vererben
21.08.2017 | Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik