Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blockierte Fettspeicher verlängern Leben

24.01.2003


Mit genetischer Detektivarbeit haben US-Forscher möglicherweise den Grund dafür gefunden, warum eine Diät, die an die Grenzen des Verhungerns heranreicht, das Leben vieler Tiere verlängert. An der Harvard Medical School of Boston ist es Robert Kahn und seinen Kollegen gelungen, die Lebensdauer von Mäusen um 18 Prozent zu verlängern. Dafür blockierten sie die Fettspeicherung in spezifischen Zellen. Die Studie ist ein Hinweis dafür, dass nicht der Verzicht auf Kalorien, sondern ein schlanker Körper für ein langes Leben ausschlaggebend ist.



Eine Kalorienreduktion verlängert bei verschiedenen Organismen wie Nagern und Würmern die Lebenserwartung. Ob dies auch bei Menschen der Fall ist, steht noch in den Sternen, z.T. auch deswegen, da nur wenige Menschen willig sind, eine derart drastische diätetische Maßnahme durchzuführen. Dennoch hoffen Forschergruppen, die selbe Wirkung auch medikamentös zu erzielen. Dafür muss aber erst verstanden werden, wie wenig essen das Leben verlängert. Eine Theorie ist, dass sich durch eine reduzierte Nahrungsaufnahme die Akkumulation von gesundheitsschädlichen Nebenprodukten wie den zellschädigenden, freien Radikalen reduziert.



Kahn ging im Versuch der Frage nach, ob die Tiere nicht einfach davon profitieren, schlanker zu werden. Um dies herauszufinden, nutzte Kahn einen molekularbiologischen Trick, um das Insulinrezeptor-Gen in Labormäusen zu stören – dies aber nur in ihren Fettzellen. "Insulin unterstützt die Fettzellen in der Fettspeicherung. Diese Tiere hatten weniger Fett und einen Schutz vor Übergewicht", erklärte der Forscher. Die kleine genetische Änderung in einem einzigen Gewebe hatte einen dramatischen Effekt: Im Alter von drei Monaten hatten die modifizierten Mäuse bis zu 70 Prozent weniger Körperfett als die Kontrolltiere. Umso erstaunlicher war das Ergebnis, als die Tiere um 55 Prozent mehr pro Kilogramm Körpergewicht fraßen. Zudem stieg die Lebenserwartung. Die durchschnittliche Kontrollmaus lebte 753 Tage, ranke und schlanke Nager konnten mit einer Lebenszeit von 887 Tagen rechnen. Nach drei Jahren verstarben alle Kontrolltiere, während ein Viertel der modifizierten Mäuse noch immer am Leben war, berichtet das Fachblatt New Scientist.

Noch gilt es zu beweisen, dass der selbe Effekt auch bei Mäusen auftritt, deren Kalorienaufnahme gedrosselt wurde. "Es könnte der selben Effekt auftreten, es könnten aber zwei Wege zu einem langen Leben führen. Eine interessante Annahme", kommentiert Leonard Guarante vom Massachusetts Institute of Technologie (MIT) Kahns Studie

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hms.harvard.edu

Weitere Berichte zu: Fettspeicherung Lebenserwartung Mäuse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Blattkäfer: Schon winzige Pestizid-Dosis beeinträchtigt Fortpflanzung
26.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Akute myeloische Leukämie (AML): Neues Medikament steht kurz vor der Zulassung in Europa
26.07.2017 | Universitätsklinikum Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops