Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hoffnung für Übergewichtige: 400 Fett-Gene des Fadenwurms

16.01.2003


Neuer Ansatzpunkt für Medikamente gegen Fettleibigkeit



Forscher der Harvard Medical School in Boston haben entdeckt, dass rund 400 Gene die Fettproduktion und –Speicherung im Fadenwurm (Caeonorhabditis elegans) steuern. Im Experiment gelang es, 300 dieser Gene zu deaktivieren und schlanke Würmer zu kreieren. Wurden die weiteren 100 Gene abgeschaltet, legten die Würmer wieder zu. Der mittels Genmanipulation erzielte Erfolg soll letztlich Pharmaunternehmen in der Entwicklung neuer Behandlungen gegen Übergewicht unterstützen. Da sich vieler dieser Gene auch beim Menschen finden, ist die Hoffnung berechtigt. Mit einer sicheren Gentherapie gegen Übergewicht ist aber laut Biologen erst in frühestens zehn Jahren zu rechnen.



Wie die Untersuchung der Forscher unter der Leitung von Gary Ruvkun zeigte, ist der Fettstoffwechsel selbst in einem relativ einfachen Organismus wie dem Fadenwurm sehr komplex. Trotzdem liefern die identifizierten Gene neue Ansatzpunkte, Medikamente gegen Fettleibigkeit zu entwickeln, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Nature. Dies wollen die Forscher durch ein Ergebnis der Studie gezeigt haben: Sie fanden, dass die Abschaltung bestimmter Gene auch bei Fadenwürmern mit einem krankhaft gestörten Fettstoffwechsel zu reduzierten Fetteinlagerungen führte. Genau diese Gene gelten als Hoffnungsschimmer für die Entwicklung von Medikamenten, mit denen sich starkes Übergewicht und damit in Zusammenhang stehende Erkrankungen behandeln lassen könnten. Noch ist allerdings nicht gesichert, dass diese Gene beim Menschen tatsächlich auch an der Aufnahme und Speicherung von Körperfett beteiligt sind.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hms.harvard.edu

Weitere Berichte zu: Fadenwurm Fettstoffwechsel Medikament Würmer Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie