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Hoffnung für unfruchtbare Männer

15.01.2003


US-Forscher kehren mit menschlichem Gen Unfruchtbarkeit um



Menschen und Fliegen haben bestimmte Fruchtbarkeits-Gene gemeinsam. Wissenschaftlern der University of California/San Francisco (UCSF) ist es gelungen, die Unfruchtbarkeit von Fliegen umzukehren. Das Ergebnis treibt die Bestrebungen voran, Gene zu entdecken, die in der Unfruchtbarkeit von Menschen eine Rolle spielen. Die Forschung könnte somit einerseits neue Behandlungswege bei männlicher Infertilität ermöglichen, andererseits auch die Entwicklung der Verhütung für den Mann vorantreiben.



In der Studie, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe von Human Molecular Genetics, konzentrierten sich die Forscher auf ein Gen, das in männlichen Fliegen die so genannte Meiose (Reduktionsteilung) steuert. Die Meiose ist ein wesentlicher Schritt in der Spermien- und Eizellenbildung bei Mensch und Tier. Bei männlichen Fliegen führt der Verlust des Gens, bekannt als Boule, zur Unfruchtbarkeit. Es ist somit vorhersehbar, dass durch die Einführung einer Genkopie, die Meiose wieder aufgenommen wird. Führten die Forscher aber die menschliche Genform BOULE ein, kehrte bei den Fliegen auch die Spermienentwicklung zurück.

Die Ergebnisse sind die erste Demonstration dafür, dass menschliche Reproduktionsgene die "Rettung" für reproduktive Defekte in Fliegen sein können. Sie liefern mitunter auch Beweise dafür, dass das BOULE-Gen auch die Meiose in der männlichen Spermienentwicklung reguliert, so die Forscher. Dies ist insofern interessant, da bei rund 30 Prozent der unfruchtbaren Männer die Meiose während der Spermienentwicklung versagt. "Jetzt müssen wir weiter sehen, ob auch andere Gene die menschliche Meiose regulieren", erklärte Eugene Yujun Xu von der UCSF.

Eine kürzlich durchgeführte Studie der UCSF-Forscher an unfruchtbaren Männern hat ergeben, dass das BOULE-Gen nicht häufig verändert ist. Es ist aber möglich, dass andere Gene, die für die BOULE-Funktion eine Rolle spielen, Mutationen aufweisen. Diese könnten zum Stillstand der Meiose in der Entwicklung der Spermien führen. Die Identifikation derartiger mutierter Gene könnte zur Entwicklung von Medikamenten führen, die unreifen Spermienzellen bei der Ausführung der Meiose assistieren. Dies wäre ein Weg gegen die Unfruchtbarkeit. Paradoxerweise wäre es aber auch möglich, BOULE in den Hoden medikamentös zu behindern. Dies würde die Meiose bei der Entwicklung der Spermien unterbinden. Nach einigen Monaten würde das Medikament theoretisch die weitere Spermienreifung, inhibieren. Im nächsten Schritt planen die Forscher ähnliche Experimente mit Mäusen.

Sandra Standhartinger, | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsf.edu

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