Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MDC-Wissenschaftler entdecken zweites Gen für Bildung von Serotonin

03.01.2003


Es sorgt für gute Laune, reguliert den Schlaf, den Appetit und den Blutdruck und hält den Darm in Bewegung - das Hormon Serotonin. Was geschieht, wenn der Organismus kein Serotonin mehr bilden kann? Dieser Frage sind Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch zusammen mit Forschern der Freien Universität (FU) Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) nachgegangen. Dabei haben sie ein neues Gen entdeckt, dessen Produkt für die Serotoninbildung im Gehirn sorgt. Bei Mäusen hatten sie das Gen ausgeschaltet, welches das Enzym Tryptophan-Hydroxylase produziert, das für die Serotonin-Bildung verantwortlich ist. Ergebnis: im Darm der Tiere war die Serotoninproduktion gestoppt, nicht hingegen im Gehirn. Die Ergebnisse von Dr. Diego J. Walther und Dr. Michael Bader hat jetzt die renommierte amerikanische Fachzeitschrift "Science" (Vol. 299, No.5603, http://www.sciencemag.org)* veröffentlicht.



Schon seit 30 Jahren hatten Wissenschaftler vermutet, dass es mehrere Enzyme für die Synthese des Botenstoffs Serotonin geben müsse. Die Forscher durchforsteten darauf hin mit einem DNA-Stück des bekannten Tryptophan-Hydroxylase-Gens, kurz TPH1 genannt, die mittlerweile vollständige Humangenomdatenbank und stießen dabei auf ähnliche Sequenzabschnitte auf Chromosom 12. Sie konnten nachweisen, dass dieses neu entdeckte Gen in allen Wirbeltieren vorkommt und ebenfalls eine aktive Tryptophan-Hydroxylase produziert. Das Enzym des neuen Gens, das die Forscher kurz TPH2 nennen, ist für die Serotoninsynthese im Gehirn zuständig, während das Enzym des TPH1-Gens den Botenstoff im Darm herstellt. Als nächstes wollen die Wissenschaftler untersuchen, was geschieht, wenn sie das zweite Gen ausschalten. Sie hoffen, mit ihren Forschungen neue Wege für eine gezielte Behandlung von Erkrankungen des Zentralnervensystems eröffnen zu können.

... mehr zu:
»Darm »Enzym »Gen »MDC »Serotonin


*Synthesis of Serotonin by A Second Tryptophan Hydroxylase Isoform

Diego J. Walther1, Jens-Uwe Peter1, Saleh Bashammakh1, Heide Hörtnagl2, Mechthild Voits2, Heidrun Fink3, Michael Bader1.

1Max Delbrück Center for Molecular Medicine (MDC), Robert-Rössle-Strasse 10, D-13092 Berlin-Buch, Germany;
2Institute of Pharmacology and Toxicology of the Medical Faculty, Charité, Humboldt University Berlin, Dorotheenstrasse 94, D-10117 Berlin, Germany,
3Institute of Pharmacology and Toxicology of the School of Veterinary Medicine, Free University Berlin, Koserstrasse 20, D-14195 Berlin, Germany

To whom correspondence and requests for materials should be addressed. Email: dwalther@mdc-berlin.de or mbader@mdc-berlin.de.

Weitere Informationen erhalten Sie von der
Pressestelle des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)
Berlin-Buch
Barbara Bachtler
Robert-Rössle-Str.10
D-13125 Berlin
Tel.: +49/30/9406-38 96
Fax.:+49/30/9406-38 33
E-Mail: presse@mdc-berlin.de

Barbara Bachtler | idw
Weitere Informationen:
http://www.mdc-berlin.de

Weitere Berichte zu: Darm Enzym Gen MDC Serotonin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften