Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU München gründet Bayerisches Kernresonanz-Zentrum

01.09.2000


... mehr zu:
»Molekül
An der TU München ist ein Zentrum der Kernresonanz - Spetroskopie (NMR) von Weltrang entstanden. Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Bewilligung eines 11 Millionen Mark teuren 900 MHz - Spektrometers durch die
Deutsche Forschungsgemeinschaft. Das Gerät, das größte seiner Bauart, wird im Frühjahr 2001 in Betrieb gehen. Derzeit gibt es erst zwei dieser Höchstleistungs - Spektro- meter in den USA, die TUM erhält das erste Gerät in Deutschland. Für das Großgerät wird derzeit ein eigenes Gebäude errichtet. Daneben beteiligt sich die TU München an den Betriebskosten der Gerätekonfiguration. Um die vorhandenen Aktivitäten an der TU München zu bündeln, richtet die Hochschule zum 1. Januar 2001 das "Bayerische Kernresonanz-Zentrum an der Technischen Universität München" ein.

Die geschäftsführende Leitung wird bei Prof. Horst Kessler, Ordinarius für Organische Chemie der TUM, liegen. Prof. Kessler ist einer der renommiertesten Strukturforscher weltweit auf dem Gebiet biologischer Systeme. Das Bayerische Kernresonanz-Zentrum baut auf der methodischen Souveränität der Fakultät für Chemie auf und bezieht von Garching aus die anderen Standorte voll in die Serviceleistungen mit ein. Insbesondere am Wissenschaftszentrum Weihenstephan kommt der NMR-Spektroskopie immer größere Bedeutung zu. Darüber hinaus können weitere bayerische Universitäten sowie Forschungseinrichtungen Mitglieder des Kernresonanz-Zentrums werden.

An der Fakultät für Chemie der TU München in Garching befindet sich mit zehn Geräten der deutschlandweit bedeutendste Bestand von sogenannten Hochfeld - NMR - Spektrometern, wobei die Feldstärkendifferenzierung ein besonderes Leistungsmerkmal dieses Standortes ist. Damit verfügt Garching neben der neuen Forschungsneutronenquelle FRM-II über eine weitere Strukturaufklärungsmethode auf höchstem internationalem Niveau.

Die NMR-Spektroskopie ist die umfassendste und leistungsfähigste Methode der chemischen Strukturaufklärung, insbesondere von komplexen biologischen Systemen. Sie erlaubt in einzigartiger Weise Einblicke in die Struktur und Beweglichkeit von Biomolekülen und stellt eine der wesentlichen Voraussetzungen für die biotechnologische Entwicklung auf allen Sektoren (u.a. Medizin und Landwirtschaft) dar. Bei der NMR-Spektroskopie wird die Probe einer Substanz in ein starkes Magnetfeld gebracht und durch Einstrahlung von Radiowellen angeregt, d.h. zur Resonanz gebracht. Je höher die Leistungsfähigkeit der Spektrometer ist, umso komplexere Moleküle können untersucht werden. Die Atome der Moleküle geben charakteristische Antworten auf die Anregungen, aus denen Spezialisten die dreidimensionale Struktur und deren Beweglichkeit ablesen können. Diese Informationen sind für die Aufklärung biologischer Wirkprinzipien unbedingt notwendig.

Dieter Heinrichsen M.A. |

Weitere Berichte zu: Molekül

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen
20.11.2017 | Technische Universität München

nachricht Satellitenbilder zur Erfassung von Biodiversität nur bedingt tauglich
20.11.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie