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Gentech-Seidenraupen als Kollagen-Produzenten

16.12.2002


Forscher der japanischen Hiroshima University haben gentechnisch veränderte Seidenraupen kreiert, die in ihrer Seide das Protein Kollagen einlagern.



Das Bindgewebs-Protein Kollagen wird hauptsächliche in der Wiederherstellungs- und der kosmetischen Chirurgie eingesetzt. In Ländern wie China und Indien hat sich die Seidenproduktion bereits zu einer bedeutenden Industrie entwickelt.



Die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen zur Herstellung von Proteinen ist nichts Neues. Andere Teams kreierten Gentech-Tiere, deren Milch Proteine produzierten. Auch Pflanzen wurden zur Protein-Produktion in ihren Saaten angeregt. Das Team um Katsutoshi Yoshizato verwendete Seidenraupen, da sie einfach zu halten sind. Für das Experiment integrierten die Forscher das Gen für das menschliche Protein in die Erbanlagen für das Drüsengewebe. Das Protein konnte leicht von der Seide gelöst werden, heißt es in einem Online-Bericht des Fachmagazins Nature Biotechnologie.

Während das japanische Team hofft, mit Hilfe von Seidenraupen auch andere Proteine produzieren zu können, sind britische Wissenschaftler skeptisch. Seidenraupen seien für die Massenproduktion spezifischer Proteine gänzlich ungeeignet. Insbesondere für die Herstellung von Kollagen seien Seidenraupen keine idealen Kandidaten. Sie produzierten für die Wundheilung viel zu wenig Kollagen. Einziger Vorteil der Seidenraupen: Sie starten die Produktion innerhalb von sechs Wochen und damit schneller als Saaten und Tiere wachsen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/nbt

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