Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entschlüsselung des menschlichen Erbguts weckt große Hoffnungen für die Bekämpfung von Krankheiten

12.02.2001


Bulmahn: "Mit dem nationalen Genomforschungsnetz setzt sich Deutschland in Europa an die Spitze der öffentlichen Genomforschung"

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat am heutigen Montag anlässlich der Veröffentlichung der "Sequenz des menschlichen Genoms" mit Wissenschaftlern des deutschen Humangenomprojekts in Berlin das nationale Genomforschungsnetz vorgestellt, das sich in Deutschland zur Zeit im Aufbau befindet. Sie kündigte an, dass noch in diesem Jahr das im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung, ein nationales Genomforschungsnetz in Deutschland etabliert werde. Dafür würden in den kommenden drei Jahren zusätzlich 350 Millionen Mark investiert werden.

Seit dem Regierungswechsel habe die Bundesregierung die Mittel für die Genomforschung vervierfacht. Einschließlich der UMTS-Mittel im Zukunftsinvestitionsprogramm werde die Bundesregierung für die Projektförderung in der Genomforschung in den nächsten drei Jahren insgesamt über 870 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Bulmahn: "Mit dem nationalen Genomforschungsnetz setzt sich Deutschland in Europa an die Spitze bei der systematischen öffentlichen Förderung der Funktionsanalyse der Gene und der Anwendung der Forschungsergebnisse zur Bekämpfung verbreiteter Erkrankungen."

Die Forschung werde auf fünf Krankheitsbereiche konzentriert, die eine Vielzahl von Menschen betreffen, so Bulmahn. Dabei handele es sich um Herzkreislauferkrankungen, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems, umweltbedingte Erkrankungen, Infektionen und Entzündungen. "Mit dem nationalen Genomforschungsnetz sollen Strukturen geschaffen werden, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschern und Anwendern der Ergebnisse ermöglichen", sagte Bulmahn.

Auch die Wirtschaft würde im nationalen Genomforschungsnetz verankert. Dadurch soll der Transfer von Forschungsergebnissen in die medizinische Anwendung beschleunigt werden. Sie erwarte von der Wirtschaft, dass sie dieses Angebot aufgreift und sich auch mit eigenen Projekten am nationalen Genomforschungsnetz beteiligen werde.

Bulmahn erklärte, dass die Bundesregierung damit ihr wichtigstes forschungspolitisches Leitziel umsetze, nämlich Forschung für den Menschen zu fördern. Dabei würde zugleich ethischen, sozialen und rechtlichen Fragestellungen der Genomforschung einen hohen Stellenwert eingeräumt. Mit der Öffentlichkeit soll ein breiter Diskurs darüber geführt werden.


Das Nationale Genomforschungsgesetz wird vier Bereiche umfassen.

Kernbereich:
Die bereits existierenden Kompetenzen von DKFZ (Deutsches Krebsforschungszentrum), MDC (Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin), GBF (Gesellschaft für Biotechnologische Forschung mbH), GSF (Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH) und Ressourcenzentrum (Berlin/Heidelberg) werden eine systematische Genomanalyse und Technologienentwicklung betreiben.

Krankheitsbezogene medizinische Kompetenznetze:
um diesen Kernbereich herum werden fünf medizinische Anwendungsbereiche (Herz-Kreislauf, Krebs, neurologische Erkrankungen, Umwelterkrankungen, Infektionen) gruppiert, die Erfahrung auf der phänotypgetriebenen Genomforschung sowie aus der medizinischen und klinischen Forschung einbringen.

Proteomforschung:
wird zusätzlich als ergänzende Technologieplattform für den Kernbereich und die medizinischen Netze entwickelt.

Bioinformatik:
ist als Querschnittstechnologie essentiell für alle Bereiche des nationalen Genomforschungsnetzes.

Iris Marzian | idw

Weitere Berichte zu: Entschlüsselung Erbgut Genomforschung Genomforschungsnetz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Die Kieler Förde – ein Trainingsbecken für Miesmuscheln
28.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Leipziger Forscher kreieren borhaltiges künstliches Vitamin
28.04.2017 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Kieler Förde – ein Trainingsbecken für Miesmuscheln

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskop im Kugelschreiberformat: Auf dem Weg zur endoskopischen Krebsdiagnose

28.04.2017 | Medizintechnik

Leipziger Forscher kreieren borhaltiges künstliches Vitamin

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie