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Die Plattbauch-Segellibelle Insekt des Jahres 2001

01.12.2000


Zeichnung der

Plattbauch-Segellibelle


Das Insekt des Jahres 2001 ist eine Libelle. Die Plattbauch-Segellibelle wurde vom Kuratorium Insekt des Jahres stellvertretend für alle bedrohten, insgesamt 80 Libellenarten in
Deutschland gekürt Von Mai bis Juli sieht man sie manchmal an Flussläufen, aber auch an Gartenteichen. Häufig sitzen die hellblau gefärbten Männchen auf Pflanzen und bewachen ihr Revier. Die Weibchen sind gelb gefärbt. Die Plattbauch-Segellibelle ist wie alle Libellen völlig harmlos, obwohl sie in rasantem Anflug durchaus gefährlich wirkt, aber sie ist nur neugierig.

Die Plattbauch-Segellibelle frisst nur Mücken und Fliegen, die sie während des Fluges mit den Beinen ergreift und dann mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen zerbeißt. Sie kann hervorragend sehen, denn ihre riesigen Komplexaugen bestehen aus 30.000 Facetten.

Libellen sind uralte Tiere. Bereits vor 250 Millionen Jahren lebten die größten Libellen mit 75 cm Flügelspannbreite. Dagegen ist die Plattbauch-Segellibelle mit 7 bis 8 cm klein. Ihr Name beschreibt den wie flach gedrückten Hinterleib, daher heißt sie zoologisch korrekt Libellula depressa.

Die durch Wachsausscheidungen der Haut hellblau gefärbten Männchen sind ortstreu, während die Weibchen zeitlebens umherstreifen. Die Eier werden während des Fluges in flache, leicht bewachsene Gewässer abgeworfen. Die Larven leben unter Wasser, vor allem von Insektenlarven und Kleinkrebsen. Den Winter verbringen die Libellenlarven im Schlamm vergraben. Sie brauchen ein bis zwei Jahre, bis sie zu einer flugfähigen Libelle geworden sind.

Aufgrund ihrer Jugend im Wasser sind die Libellen selten geworden, weil es kaum noch unverbaute Flüsse mit flachen Gewässerteilen gibt, aber man sieht sie noch! Gartenteiche haben sich dabei wahrscheinlich positiv ausgewirkt.

Dr. P. W. Wohlers | idw

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