Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsdebatte: Muss der menschliche Stammbaum gestutzt werden?

27.11.2002


Muss die gängige Version des menschlichen Stammbaums neu gezeichnet werden? Stammen wir Menschen seit rund einer Million Jahre alle von einer Art ab? Diese Fragen beschäftigen derzeit Deutschlands Anthropologen.

... mehr zu:
»Anthropologe »Funde »Stammbaum

Eine neue Systematik der frühen Menschen beginnt sich durchzusetzen. NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND berichtet in seiner Dezember-Ausgabe über die aktuelle Forschungsdebatte.

Die Wissenschaftler glauben heute, dass es gar nicht so viele Arten von Menschen gab, wie viele Stammbaumentwürfe vermuten lassen. Viele fossile Funde, die man bisher verschiedenen Arten zugeordnet hatte, seien nur Variationen des Körperbaus innerhalb derselben Fortpflanzungsgemeinschaft. Manche Anthropologen nehmen inzwischen an, dass seit rund einer Million Jahre überall auf der Welt nur noch eine Art Mensch gelebt hat. Hintergrund der These ist die Annahme, dass die ersten Menschen vor 1,8 Millionen Jahren zwischen den Kontinenten zu wandern begannen. Nicht, wie bislang angenommen, nur aus Afrika heraus, sondern auch wieder zurück. Aber auch von Asien nach Europa und von Europa nach Asien. Auf ihren Routen trafen sie andere Clans, mit denen sie Wissen und Erfahrungen austauschten, bei denen sie aber auch Partner fanden, Kinder zeugten und so ihre Gene miteinander vermischten. In China und Deutschland gefundene Homo-erectus-Fossilien weisen große Übereinstimmungen auf und untermauern die Annahme einer weltweit einzigen Menschenart.


Zudem glauben die deutschen Anthropologen, dass Mitteleuropa viel früher besiedelt war, als man bisher dachte. Grund zu dieser Annahme geben Alterskorrekturen fossiler Menschenknochen in Europa: Zahlreiche Funde können durch neue Forschungen rückdatiert werden. So konnte der 1907 bei Heidelberg gefundene Unterkiefer des Homo heidelbergensis durch jüngste Analysen jetzt auf ein Alter von 700 000 Jahren datiert werden. Die meisten Forscher schrieben ihm bislang ein Alter von rund 500 000 Jahren zu. Menschliche Überreste aus dem italienischen Ceprano, südlich von Rom, sind nicht 800 000, sondern 900 000 Jahre alt. Und an der Ostküste Englands, in East Anglia, werden die ältesten Spuren des Menschen neuerdings auf 700 000 Jahre geschätzt - 200 000 Jahre älter als die bisher ältesten Funde von Boxgrove an der Südküste Britanniens. Bei Worms wurden zudem Steinwerkzeuge gefunden, die vermutlich 800 000 Jahre alt sind. Die Zahlen legen nahe, dass die Menschen aus Afrika den Weg nach Europa viel früher fanden, als die Wissenschaftler bislang vermuteten. Und die Funde zeigen, dass auch ihre handwerklichen und kulturellen Fähigkeiten schon sehr früh weit entwickelt waren.

Myriam Reinwein | nationalgeographic.de
Weitere Informationen:
http://www.nationalgeographic.de

Weitere Berichte zu: Anthropologe Funde Stammbaum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Proteine zueinander finden
21.02.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Kleine Moleküle gegen altersbedingte Erkrankungen
21.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten