Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Korallenfisch braucht Mangrove und Seegras dringend

15.11.2002


Biologen der Katholischen Universität Nimwegen haben bewiesen, dass manche Korallenfische sich richtige ’Aufwachs-Lebensräume’ auswählen, bevor sie zum Korallenriff ziehen. Laut den Forschern müssen Verwalter der Gewässer rund um die Karibischen Inseln sich mehr auf die Küste als Ganzes und nicht nur auf den Schutz der Korallenriffe richten.



Bis jetzt vermuteten Wissenschaftler, dass Seegrasfelder und Mangrovenwälder (Bäume, die in Salzwasser leben können) ’Aufwachs-Lebensräume’ für Korallenfische sind, weil dort oft junge Fische vorkommen. Diese Vermutung wurde bis jetzt nur wenig wissenschaftlich untermauert. Die Schlussfolgerungen der Nimweger Untersuchung ändern dies. Sie verstärken den Gedanken, dass Mangrovenwälder und Seegrasfelder eine unentbehrliche und stabile Brutstätte für Korallenfische rund um die Karibischen Inseln Curaçao, Bonaire, Saba und Belize bilden.



Der Nimweger NWO-Doktorand Elroy Cocheret de la Morinière studierte neun Fischarten, die am meisten in den Aufwachs-Lebensräumen um Curaçao herum vorkommen. Er betrachtete, wie jede dieser neun Arten sich um sowohl die Mangroven als die Seegrasfelder und die Korallenriffe herum verhielt.

Es stellte sich heraus, dass die neun Fischarten nicht zufällig in den Aufwachs-Lebensräumen landen, um danach zu einem Korallenriff zu ziehen. Die Korallenfische wählen sich wirklich eine bestimmte Stelle aus. Aus dem Mageninhalt der Fische und aus chemischen Analysen hat sich herausgestellt, dass die Fische die Mangrovenwälder als Versteck gegen Raubfische nutzen. Die Seegrasfelder dienen nicht nur als Versteck, sondern auch als Nahrungsstelle.

Während des Aufwachsens scheinen fleischfressende Arten von der Brutstätte zum Korallenriff zu ziehen, weil sich ihre Diät allmählich ändert. Pflanzenfressende Fische ziehen vor allem weg, wenn sie geschlechtsreif werden.

Die Korallenfische sind für die kommerzielle Fischerei und für lokale Fischer in den Tropen wichtig. Bis jetzt werden Mangroven oft für beispielsweise den Bau von Anlegestegen geschlagen. Die Seegrasfelder werden oft verschmutzt. Die Forscher behaupten, dass die Mangroven und Seegräser geschützt werden müssen. Ohne die Aufwachs-Lebensräume würden einige viel verbreitete und wirtschaftlich wichtige Korallenrifffische nicht überleben.

Nähere Informationen beim Akademiker Elroy Cocheret de la Morinière (KUN, Aquatische Ökologie & Umweltbiologie), Tel. +31 (0)24 3653182, Fax +31 (0)24 3652134, E-Mail: elroycm@sci.kun.nl, Internet: http://www-eco.sci.kun.nl/AnimalEcology/Elroy.htm (Achten Sie auf die Großbuchstaben)
oder Kobetreuer Prof. Dr. Gerard van der Velde, Tel. +31 (0)24 3652621. Die Promotion findet am 19. November statt, Doktorvater ist Prof. Dr. Piet Nienhuis.

Michel Philippens | idw
Weitere Informationen:
http://www-eco.sci.kun.nl/AnimalEcology/Elroy.htm

Weitere Berichte zu: Korallenfisch Korallenriff Mangrove Mangrovenwälder Seegrasfelder

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen
22.06.2017 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

nachricht Im Mikrokosmos wird es bunt: 124 Farben dank RGB-Technologie
22.06.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie