Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster Film über die menschliche Erbsubstanz gedreht - "DNA in Action"

11.11.2002


Der an der University of Buffalo tätige Piero Bianco ist der erste Wissenschaftler, der einen Film über die menschliche Erbsubstanz gedreht hat.



Ziel von "DNA in Action" ist es letztendlich, mehr über das Verhalten von Krebsmedikamenten bei Translokationen, also den strukturellen Umbauten zwischen verschiedenen Chromosomen, die mit dem Tumorwachstum einhergehen, herauszufinden. Dies wiederum soll Medikamentenherstellern die Entwicklung von Chemotherapeutika ermöglichen, die an den effektivsten Stellen wirken.



Bianco filmte ein Molekül eines bestimmten DNA-Motorproteins (Helicase), während es den Doppelstrang einer bakteriellen DNA öffnete. Um diese Leistung zu erbringen, verwendete der Forscher eine eigens entwickelte Technik, die "Laser-Pinzette". Damit ist es möglich, ein DNA-Molekül lang genug zu erfassen und zu halten, um die Abwicklung der Doppelhelix zu erfassen. "Diese Laser-Pinzette ermöglicht es, jeweils ein Molekül zu betrachten und so zu verstehen, wie ein Protein tatsächlich funktioniert", erklärte Bianco. Würde man eine Protein-Gruppe betrachten, gingen alle Nuancen eines Proteins verloren, so der Forscher.

Derzeit richtet Bianco seine Kamera auf ein komplexeres Motorprotein. Sein Ziel ist es, eine Reihe von Real-Time-"Action"-Filmen von mehreren Helicasen zu drehen, die eine DNA-Abwicklung bzw. –Reparatur bewerkstelligen. Mit diesem Wissen sollen brennende Fragen über die Wirkungsweise von Krebsmedikamenten beantwortet werden. Motorproteine gelten als natürliche Ziele für Medikamente. DNA-Motorproteine lassen das unkontrollierte Zellwachstum zu, da sie die DNA-Reproduktion ermöglichen. Bislang wissen Forscher nicht exakt, wie verschiedene Krebsmedikamente das Wachstum des Tumors stoppen.

Zu lernen wie ein DNA-Motorprotein funktioniert und es mit einem Film zu erfassen stellte die Wissenschaftler bislang noch vor große Herausforderungen. Technische Probleme mussten noch gelöst werden: Wie erhascht man z.B. ein einzelnes DNA-Molekül und wie hält man es stabil, damit es aufgewickelt werden kann. Auch das Problem der Größe bestand: DNA-Motorproteine sind zu klein, um sie unter dem Mikroskop zu beobachten zu können. Dieses Problem wurde durch die "Laser-Pinzette" gelöst. Im nächsten Schritt will Bianco die Wirkungsweise von verschiedenen Helicasen an vier bestimmten Krebsmedikamenten filmen. Die Kenntnis darüber, wie sich die DNA abwickelt, kopiert und sich selbst repariert, zu welchem Zeitpunkt die Reparatur beginnt, stoppt und warum, soll die Krebsbehandlung wesentlich verbessern.

Download Film "DNA in Action"

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.buffalo.edu

Weitere Berichte zu: DNA-Motorprotein Erbsubstanz Krebsmedikament

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Karte der Zellkraftwerke
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung
18.08.2017 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie