Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Regenerative Energien: Erstes Biomasse-Info-Zentrum in Deutschland an der Uni Stuttgart

11.08.2000


... mehr zu:
»Biomasse »Energieanwendung
Die Universität Stuttgart hat ihr Beratungsangebot im Bereich regenerativer Energien erweitert: Ein Biomasse-Info-Zentrum (BIZ) - übrigens das erste dieser Art in Deutschland - hat mit Unterstützung des
Bundes die Arbeit aufgenommen. Das am Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) angesiedelte Zentrum soll Informationsdefizite bei der energetischen Nutzung von Biomasse schließen, den Know-how-Transfer verbessern und so zu einer verstärkten Nutzung dieser umweltfreundlichen Energie in Deutschland beitragen. Interessenten können sich im BIZ kostenlos über die Energiegewinnung aus Biomasse informieren und beraten lassen. Dies gilt sowohl für Landwirte oder Privatleute als auch für Initiatoren von Bioenergieprojekten. Und der Beratungsbedarf - so die Erfahrungen der ersten "hundert Tage" - ist hoch. Vor allem Landwirte, die Biomasseanlagen einrichten wollen, und andere Forschungseinrichtungen nutzen diesen neuen Service der Uni Stuttgart, berichtet Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt vom IER.

Mit Biomasse bezeichnet man organische Stoffe, die als Energieträger genutzt werden können wie zum Beispiel Holz oder Stroh. Obwohl deren Nutzung merklich zu einer umwelt- und klimaverträglichen Energieversorgung beitragen kann, liegt ihr Anteil zur Deckung der Energienachfrage in Deutschland derzeit nur bei etwa zwei Prozent. Ein erhebliches Informationsdefizit und hohe Kosten behindern eine verstärkte Nutzung in Deutschland. So war es für Initiatoren einer Bioenergieanlage bisher mit großem Aufwand verbunden, die für die Konzeptionsphase und eine erste Machbarkeitsstudie erforderlichen Informationen zu beschaffen. Auch gibt es in Deutschland nur wenige kompetente Ansprechpartner, bei denen wissenschaftlich fundierte Informationen zur Nutzung von Biomasse frei von kommerziellen Interessen abgerufen werden können. Diese Defizite hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erkannt und die Gründung des Biomasse-Info-Zentrums an der Uni Stuttgart mit rund 1,5 Millionen Mark unterstützt.

Die vier Mitarbeiter des BIZ informieren zielgruppengerecht über die thermische Nutzung von Biomasse. Dies reicht von der Beratung bei der Vorgehensweise zur Realisierung einer biomassegefeuerten Anlage bis zu Informationen über erfolgreiche Bioenergieprojekte. Über die Homepage und einen kostenfreien Newsletter können Informationen abgerufen werden über Biomasseproduzenten und Brennstoffhändler, Anlagenhersteller, Biobrennstoffe, administrative Vorgaben, Plandaten für Bioenergieprojekte, Institutionen mit Fachkompetenz, internationale Organisationen sowie über aktuelle Literatur.

Das BIZ kooperiert auch mit anderen Uni-Instituten, mit Firmen, Organisationen, Ministerien, Agenturen, Verbänden und Privatpersonen, die an einer weitergehenden Nutzung der Biomasse interessiert sind. Zu den Aufgaben des Zentrums gehört es auch, den Forschungs- und Entwicklungsbedarf auf diesem Gebiet aufzuzeigen.

Informationsmaterial wird auf Wunsch zugesandt. Auch Seminare, Workshops oder Tagungen werden angeboten. Die nächste internationale Tagung am 7. und 8. November in Stuttgart wird sich mit den Eigenschaften biogener Festbrennstoffe und der Entwicklung entsprechender Normen auf europäischer Ebene befassen.

Kontakt:
Biomasse-Info-Zentrum (BIZ), Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER), Universität Stuttgart, Dr.-Ing. Martin Kaltschmitt, Dr.-Ing. Joachim Fischer, Universität Stuttgart, Heßbrühlstr. 49a, D-70565 Stuttgart, Tel. 0711/7813-909, -908, Fax 0711/780-6177
e-mail: info@biomasse-info.net
Hompage: www.biomasse-info.net

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Ursula Zitzler |

Weitere Berichte zu: Biomasse Energieanwendung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

nachricht Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften