Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Antibiotika aus natürlichen Quellen: Start eines EU-Projekts am Hans-Knöll-Institut Jena

30.10.2002


Infektionen, Krebs oder ein zu hoher Cholesterinspiegel: Oft hält die Natur wirksame Substanzen zur Bekämpfung von Krankheiten bereit. Doch die Gewinnung dieser Wirkstoffe kann schwierig sein - etwa, wenn die Organismen, aus denen sie stammen, nur schwer zu kultivieren sind, wie das bei Pilzen, Flechten oder Algen der Fall sein kann.


Hier setzt ein neues EU-Projekt an, das Anfang November in der Nachwuchsgruppe "Bioorganische Synthese" am Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung (HKI) unter Leitung von Dr. Christian Hertweck beginnt. Ziel des Projektes ist es, auf genetischer Ebene zu verstehen, wie schwer kultivierbare Mikroorganismen die Produktion von sogenannten Polyketiden regeln. Diese Naturstoffe haben als Medikamente gegen verschiedene Erkrankungen bereits große Bedeutung erlangt.

Ein interdisziplinäres Team aus (Bio)chemikern, Genetikern, Molekularbiologen und Biotechnologen aus sechs europäischen Ländern (England, Finnland, Österreich, Island, Dänemark, Deutschland) hat es sich im Rahmen des EU-Projektes zur Aufgabe gemacht, gemeinsam detaillierte Kenntnisse über die Polyketid-Biosynthese in Pilzen, Flechten oder Algen zu erwerben. Das Know-How wollen die Wissenschaftler später gezielt dazu nutzen, die wertvollen Substanzen in großem Maßstab herzustellen, z. B. indem sie die genetische Information in leichter kultivierbare Organismen wie etwa Bakterien übertragen.


Dr. Christian Hertweck und sein Team in Jena wollen insbesondere untersuchen, inwiefern sich mit biologischen und chemischen Methoden von bekannten Wirkstoffen Varianten mit veränderten und möglicherweise verbesserten Eigenschaften herstellen lassen. "Hierin steckt ein immenses Potential für die Entwicklung neuer Antibiotika, die synthetisch nur mit sehr großem Aufwand zu gewinnen sind", erläutert Hertweck. Darüber hinaus ist diese Technologie besonders umweltfreundlich, da natürliche Ressourcen geschont werden. Die EU unterstützt das Projekt "EUKETIDES-Eukaryotic Polyketides in Surrogate Hosts" mit insgesamt ca. zwei Millionen Euro.


Ansprechpartner:

Dr. Christian Hertweck, Arbeitsgruppe Bioorganische Synthese
Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung
Beutenbergstr. 11a, 07745 Jena
Tel.: +49 (3641) 65 66 84
E-Mail: hertweck@pmail.hki-jena.de


Susanne Liedtke | idw
Weitere Informationen:
http://w.hki-jena.de/nwg2/hki_nwg2.htm

Weitere Berichte zu: Antibiotikum EU-Projekt Flechten Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie