Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biosensor für Arsennachweis im Wasser

29.10.2002


Papierstreifentest für sicheres Trinkwasser in Bangladesch


Papierstreifentest zeigt durch Farbänderung die Konzentration von Arsen in Trinkwasserproben an



Ein Forschungsteam der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG) hat einen einfachen Papierstreifentest entwickelt, der durch Farbänderung die Konzentration von Arsen in Trinkwasserproben anzeigt. Für die neue Nachweismethode wurde bereits die Patentierung beantragt. Besonders relevant könnte der Test in Bangladesch sein, wo Millionen von Menschen arsenverseuchtes Grundwasser trinken.



Der Papierstreifentest funktioniert mit Bakterien, die bereits bei geringen Arsenkonzentrationen eine Farbreaktion auslösen. Der unter der Leitung von Jan Roelof van der Meer entwickelte Test misst zuverlässig im Bereich zwischen 2,5 bis 75 Mikrogramm pro Liter und funktioniert im Speziellen mit genmanipulierten Escherichia Coli Bakterien als Biosensoren. Auf dem Teststreifen sind die Bakterien mit einem immobilisierenden Nährsubstrat aufgetragen. Zur Messung wird der Teststreifen eine Stunde lang in einen Becher der zu untersuchenden Trinkwasserprobe gelegt. Ist anorganisches Arsen in der Probe enthalten, produzieren die Bakterien entsprechende Mengen des Enzyms beta-Galaktosidase. Unter Zugabe der Indikatorsubstanz X-Gal entsteht eine Blaufärbung. Die Intensität der Blaufärbung korreliert mit der Arsenkonzentration der Probe.

Laut Entwicklern kann der Papierstreifentest von der Bevölkerung selbst eingesetzt werden und ist verhältnismässig günstig. Die Herstellungskosten für einen Teststreifen bei Massenproduktion werden mit rund 50 Rappen (34 Cent) pro Stück beziffert. Nach einmaligem Gebrauch werden die Teststreifen entsorgt. Das verwendete E.-coli-Bakterium ist nicht pathogen und kann durch Zugabe eines Tropfens Zitronensaft wirksam abgetötet werden.

Bevor der Test im grossen Stil zum Einsatz kommen kann, müssen aber noch einige Hürden überwunden werden. Die Zuverlässigkeit der Analysemethode unter den klimatischen Bedingungen Bangladeschs muss abgesichert werden. Hierzu läuft eine Studie in Zusammenarbeit mit Analyselabors in Vietnam, wo das Grundwasser teilweise ebenfalls stark mit Arsen kontaminiert ist. Vor Ort werden Wasserproben entnommen und die Messgenauigkeit des Papierstreifentests im Feld wird mit akkuraten Laboranalysen verglichen. Die Erfahrungen können dann auf die Anwendung in Bangladesch übertragen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der derzeitigen Gesetzgebung bezüglich Freisetzung von genetisch veränderten Organismen (GMO) eine Verwendung des Testes im Feld nicht möglich ist. Erlaubt ist nur der Einsatz in geschlossenen Räumen. Abklärungen für die Verwendung des Testes vor Ort sind bereits im Gang.

Sandra Standhartinger | pressetext.schweiz
Weitere Informationen:
http://www.eawag.ch

Weitere Berichte zu: Arsen Bakterium Biosensor Papierstreifentest Teststreifen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab
17.01.2017 | Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau