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Arzneipflanzen: Chancen und Potenzial - Verarbeiter schätzen heimischen Anbau

30.09.2002


Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und die Forschungsvereinigung der Arzneimittel-Hersteller (FAH) legen eine aktuelle Studie zum deutschen Arzneipflanzenanbau vor, der sich dank zunehmender Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Ware in den kommenden Jahren stetig entwickeln wird.

Kamille, Johanniskraut und Fenchel sind zwar die bekanntesten Arten, decken das Spektrum aber bei weitem nicht ab. In seiner Artenvielfalt ist der Arzneipflanzenanbau unübertroffen: von den 100 in Frage kommenden Arten werden über 40 als wirtschaftlich bedeutend eingestuft und landwirtschaftlich angebaut.
Arznei- und Gewürzpflanzen werden zurzeit auf mehr als 10.000 Hektar kultiviert. Der Anbau konzentriert sich traditionell vorrangig auf Thüringen und Bayern, ist aber auch in den Ländern Hessen und Niedersachsen verbreitet. Diese vier Bundesländer decken mehr als 70 % der heimischen Produktion ab.

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Über den heimischen Anbau äußerten sich die befragten Verarbeiter insgesamt sehr positiv. Qualitätsvorteile, die umfangreiche Dokumentation des Anbaus, gute Erfahrungen und kalkulierbare Preise werden als Argumente für den Bezug heimischer Ware angeführt. Zudem befreien sich Produzenten und Verarbeiter durch vertraglich geregelten Anbau weitgehend von den Schwankungen des Weltmarktes.
Neben dem Status quo zeigt die Studie jedoch auch aktuellen Handlungsbedarf auf. Um die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Arznei- und Gewürzpflanzenanbaus zu steigern, müssen die Anbau- und Verarbeitungstechnik verbessert, das Sorten- und Artenspektrum auch durch Inkulturnahme von Wildpflanzen ausgeweitet und eine einheitliche
Kommunikationsstrategie für pflanzliche Drogen erarbeitet werden.

Die Studie "Chancen und Potenzial des deutschen Arzneipflanzenanbaus" wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft verfasst. Sie ist in der Schriftenreihe "Gülzower Fachgespräche" erschienen und kann kostenfrei über die FNR, infomaterial@fnr.de, bezogen werden.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de

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