Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hintergrund zum EU-Kompromiss zur embryonalen Stammzellenforschung

30.09.2002


"Klonen ausgeschlossen!"

Der Import embryonaler Stammzellen hat in den vergangenen Monaten in ganz Europa zu hitzigen Diskussionen geführt. Derzeit beschäftigt Europapolitiker vor allem die Frage, ob die Forschung an menschlichen Embryonen und vor allem an embryonalen Stammzellen von der Europäischen Union (mit-) finanziert werden solle. Am kommenden Montag, 30. September, will der Ministerrat der EU über ein informelles Kompromisspapier der dänischen Präsidentschaft entscheiden. Beim 5. European Health Forum in Gastein erläuterte Peter Liese, Mitglied des Europäischen Parlaments, den Hintergrund dieser Entscheidung.

Während in Ländern wie Großbritannien eine liberale Gesetzgebung im Bereich der Forschung an menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen besteht, bevorzugen Staaten wie Österreich und Deutschland strengere Regeln. Gemeinsam mit Irland, Portugal und Italien fordern die beiden Länder, dass spezifische Forschungsprogramme nur beschlossen werden könnten, wenn klare ethische Leitlinien festgelegt würden, stellte Liese fest. Gegen den Willen dieser fünf Staaten können keine Forschungsprogramme verabschiedet werden, weshalb die dänische Ratspräsidentschaft den Kompromiss vorgeschlagen hat. "Er sieht eine Art einjähriges Moratorium vor, das bis Ende 2003 für intensive Debatten in den einzelnen Ländern genutzt werden soll", erklärte der Europaparlamentarier.

Laut dem Papier sei sowohl das reproduktive Klonen, als auch die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken und die Produktion von Stammzellen ausgeschlossen. An schon existierenden embryonalen Stammzellen könne allerdings geforscht werden. "Das Klonen von Menschen wird von der EU nicht gefördert. Das halte ich für einen wichtigen Erfolg", erklärte Liese. Nachteile sieht der Politiker Liese allerdings in den "zahlreichen Schlupflöchern". Anders als in den USA existiere beispielsweise kein Stichtag, bis zu dem die embryonalen Stammzellen hergestellt worden sein müssen. "Auch ist unklar, was passiert, wenn die Länder in diesem einen Jahr keine gemeinsame Position finden", bemängelte Liese. "Dennoch ist der Kompromiss ein Schritt in die richtige Richtung.



Rückfragehinweis:
International Forum Gastein
Tauernplatz 1
A-5630 Bad Hofgastein
Tel.: +43-6432-26169;
Fax: +43-6432-20016
E-Mail: press@ehfg.org

Mediensprecherin: Dr. Carmen Kiefer
Tel.: 0676/ 344 9971
E-Mail: carmen.kiefer@utanet.at

Dr. Carmen Kiefer | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.ehfg.org/

Weitere Berichte zu: Embryonen Klonen Kompromiss Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft
27.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Auf dem Gipfel der Evolution – Flechten bei der Artbildung zugeschaut
27.04.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie

Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser

27.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kaltwasserkorallen: Versauerung schadet, Wärme hilft

27.04.2017 | Biowissenschaften Chemie