Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomoleküle helfen im Kampf gegen Produktpiraten

23.09.2002


Markenpiraterie verursacht Schätzungen zufolge weltweit einen Schaden von 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr

besonders oft trifft es Software, Prozessoren oder Zigaretten. Aber auch Medikamente können betroffen sein. Vom 22. bis 25. September diskutieren Experten in Genf auf dem ersten weltweiten Forum zur Markenpiraterie bei Pharmaka über Gegenmaßnahmen. Einen extrem wirkungsvollen Schutz vor Fälschungen bietet ein biologisches Codierverfahren der november AG.

Das Erlanger Biotech-Unternehmen stellt Sicherheitsetiketten mit künstlichen DNS-Molekülen her. Siemens hat dazu ein Lesegerät entwickelt, mit dem die Etiketten schnell und vor Ort auf Echtheit überprüft werden können, wie die neueste Ausgabe des Forschungsmagazins "Pictures of the Future" berichtet.

Das System brandprotection wird jetzt vom Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb in einem Feldversuch getestet. Das Unternehmen will so die Vertriebskette seiner Medikamente kontrollieren. Zusätzlich zu der biologischen Codierung sollen die Etiketten dazu einen maschinenlesbaren Barcode tragen.

Zum Test auf Echtheit benötigt man einen Stift mit einer Detektionsflüssigkeit und das Lesegerät. Die Technik beruht auf der Eigenschaft des Biomoleküls DNS als Informationsträger. DNS besteht aus vier Bausteinen, die wie Perlen auf einer Schnur angeordnet sind. Zwei genau zueinander passende Einzelstränge bilden jeweils einen Doppelstrang. Die Etiketten enthalten einzelsträngige DNS aus 20 bis 30 Bausteinen. Die Zahl der Kombinationen entspricht vier hoch der Anzahl der Bausteine - bei 20 sind es mehr als eine Billion Möglichkeiten. Wenn der codierende Einzelstrang mit dem einzig passenden Strang aus dem Stift zusammenkommt, bildet sich ein Doppelstrang, der zusätzlich mit einen fluoreszierenden Farbstoff verbunden ist. Das Lesegerät erfasst die Fluoreszenz und bestätigt mit einem Signal die Echtheit des Etiketts.

Das System kann nicht überlistet werden: Die DNS-Stränge sind zu kurz und ihre Konzentration zu gering, um ihre Abfolge mit allen verfügbaren Verfahren analysieren zu können. Außerdem befinden sich zur Verschleierung in der Detektionsflüssigkeit und dem Etikett eine Vielzahl weiterer Stränge, die ein Fälscher nicht von dem Markierungsstrang unterscheiden kann. Mit einem Etikett, das bereits den Fluoreszenzfarbstoff enthält, kann das Auslesegerät auch nicht überlistet werden, da der Ausleseprozess zweistufig gestaltet ist und bei den zwei Messvorgängen eine Änderung des detektierten Signals erfolgen muss. Jeder Kunde hat zudem die Möglichkeit, seinen speziellen DNS-Code zu bekommen.

Dr. Norbert Aschenbrenner | NewsDesk
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/newsdesk
http://www.siemens.de/pof

Weitere Berichte zu: Baustein Biomolekül DNS Echtheit Etikett Lesegerät

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zusammenarbeit von Fraunhofer und Universität in Würzburg bringt Medizinforschung voran
18.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

nachricht Alexa und Co in unserem Kopf: Wo die Stimmerkennung im Gehirn sitzt
18.12.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Carmenes“ findet ersten Planeten

Deutsch-spanisches Forscherteam entwirft, baut und nutzt modernen Spektrografen

Seit Januar 2016 nutzt ein deutsch-spanisches Forscherteam mit Beteiligung der Universität Göttingen den modernen Spektrografen „Carmenes“ für die Suche nach...

Im Focus: Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

Heute verfügbare Ionenfallen-Technologien eignen sich als Basis für den Bau von großen Quantencomputern. Das zeigen Untersuchungen eines internationalen Forscherteams, deren Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Physical Review X veröffentlicht wurden. Die Wissenschaftler haben für Ionenfallen maßgeschneiderte Protokolle entwickelt, mit denen auftretende Fehler jederzeit entdeckt und korrigiert werden können.

Damit die heute existierenden Prototypen von Quantencomputern ihr volles Potenzial entfalten, müssen sie erstens viel größer werden, d.h. über deutlich mehr...

Im Focus: Error-free into the Quantum Computer Age

A study carried out by an international team of researchers and published in the journal Physical Review X shows that ion-trap technologies available today are suitable for building large-scale quantum computers. The scientists introduce trapped-ion quantum error correction protocols that detect and correct processing errors.

In order to reach their full potential, today’s quantum computer prototypes have to meet specific criteria: First, they have to be made bigger, which means...

Im Focus: Search for planets with Carmenes successful

German and Spanish researchers plan, build and use modern spectrograph

Since 2016, German and Spanish researchers, among them scientists from the University of Göttingen, have been hunting for exoplanets with the “Carmenes”...

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Carmenes“ findet ersten Planeten

18.12.2017 | Physik Astronomie

Fehlerfrei ins Quantencomputer-Zeitalter

18.12.2017 | Physik Astronomie

Konsortium erhält 2 Millionen Euro Förderung für neue MR-kompatible elektrophysiologis

18.12.2017 | Medizintechnik