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Frankfurt - Zentrum für die Lebensmittelchemie

09.09.2002


Gastgeber des Deutschen Lebensmittelchemikertags

Frankfurt am Main ist nicht nur die Stadt der Banken und Museen, sondern auch ein Zentrum für die Lebensmittelchemie in Forschung, Ausbildung, Lebensmittelwirtschaft, Lebensmittelindustrie und wissenschaftlichen Gesellschaften. Vom 9. bis 11. September ist sie Gastgeberstadt für den 31. Deutschen Lebensmittelchemikertag, der von der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, der größten Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker, alljährlich an wechselnden Orten veranstaltet wird.

Seit 1920 werden im Institut für Lebensmittelchemie der Universität Frankfurt Lebensmittelchemiker ausgebildet, Schwerpunkte der Forschung sind die Analytik, Zusammensetzung von Lebensmitteln, Methoden für Fälschungsnachweise und in den letzten Jahren insbesondere die Erforschung aromatischer Bestandteile in Lebensmitteln. Bereits in den 50er Jahren konnten Verfälschungen von Lebensmitteln nachgewiesen werden, beispielsweise bei Wein oder Eiprodukten. Erforscht wurden auch technologische Prozesse, z. B. Bildung von Aromavorstufen bei der Röstung, insbesondere von Kakaobohnen. Das Institut wurde zu einem internationalen Zentrum für Aromastoffe in Lebensmitteln, für die Erkennung von Verfälschungen und die Entwicklung technologischer Prozesse zur Geschmacksverbesserung.
Frankfurt ist auch Standort großer wissenschaftlicher Gesellschaften, so der Gesellschaft Deutscher Chemiker mit ihren Fachgruppen wie der Lebensmittelchemischen Gesellschaft. Die LMChG veranstaltet Tagungen, Fortbildungskurse, fördert die wissenschaftliche Zusammenarbeit und engagiert sich für den Verbraucherschutz sowohl in der Europäischen Union als auch in den entsprechenden Institutionen der Bundesrepublik.

Durch Mitarbeit in den zuständigen Gremien der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema) in Frankfurt trägt die LMChG zur Beurteilung von biotechnologischen und gentechnischen Verfahren bei. Das gleiche betrifft die Mitarbeit in Gesellschaften für Qualitätssicherung, wie der Deutschen Gesellschaft für Qualitätssicherung, ebenfalls Frankfurt. Hier werden entsprechende Methoden ausgearbeitet und Unternehmen zertifiziert.

Der Großraum Frankfurt ist auch ein wichtiger Standort für die Lebensmittelwirtschaft. Großunternehmen der Ernährungs- und Kosmetikindustrie, auch der zuliefernden chemischen Industrie, haben hier ihren Sitz. Beispielhaft erwähnt werden sollen die Unternehmen der Brauereiindustrie, Henninger und Binding, der Süßwarenindustrie, wie Ferrero, Milupa und Alete für Säuglings- und Kindernahrung, Mineralwässer aus Bad Vilbel, Backhilfsstoffe der Firma Jung, die Firma Horn als Hersteller von Kaugummikugeln, die Firma Wella in Darmstadt, Nachfolgegesellschaften der früheren Hoechst AG, wie Nutrinova, aber auch internationale Konzerne wie Nestlé mit seinen Tochtergesellschaften. Die Frankfurter Zentralen steuern die Produktentwicklung, die Qualitätssicherung und die lebensmittelrechtliche Zulässigkeit und betreiben zum Teil selber Forschungen auf dem Lebensmittelgebiet. Mit den Produkten dieser Firmen könnten ganze Supermarktregale gefüllt werden.

In den Nachfolgegesellschaften der Hoechst AG werden wichtige Zusatzstoffe für Lebensmittel hergestellt, beispielsweise Konservierungsmittel auf natürlicher Grundlage oder neuartige Süßstoffe. Bedeutsam im Großraum Frankfurt sind auch Firmen der Kosmetikindustrie. Ihre Produkte unterliegen ebenfalls der lebensmittelchemischen Kontrolle.

Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker sind an der Produktentwicklung und bei der Herstellung dieser Produkte beteiligt, sie sind verantwortlich für Qualitätssicherung und natürlich auch für die Einhaltung lebensmittelrechtlicher Bestimmungen. Experten aus den Häusern der Ernährungs- und Kosmetikindustrie arbeiten in internationalen Gremien, beispielsweise der FAO (Food and Agriculture Organization), der EU, aber auch in nationalen Gremien. Im Großraum Frankfurt sind auch renommierte Handelslaboratorien und Institute ansässig, beispielsweise das Institut Fresenius in Taunusstein. Neben den aufgeführten Firmen gibt es noch viele mittelständische Unternehmen, Zulieferbetriebe wie auch Hersteller von Lebensmitteln wie Milch, Fleischwaren und anderen Frischeprodukten.

Dr. Kurt Begitt | idw

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