Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Würzburger Biologen verfolgen ehrgeizige Ziele

07.03.2001


... mehr zu:
»Bakterien »Biologe »Biologie »Organismus
Pflanzen und Ameisen, Bakterien und Pflanzen, Bakterien und Tiere - das Zusammenleben von Organismen, die nicht einer Art angehören, ist genau so komplex, facettenreich und faszinierend wie das soziale Leben des
Menschen: Es gibt Ausbeutung, Duldung oder die Kooperation zum gegenseitigen Nutzen. Derartige biologische Beziehungen (Symbiosen) werden seit Anfang 2001 an der Universität Würzburg in einem weltweit einzigartigen Forschungsprogramm untersucht. Davon können auch die Studierenden profitieren.

Der neue Sonderforschungsbereich (SFB) 567 "Mechanismen der interspezifischen Interaktion von Organismen" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zunächst bis Ende 2003 mit 5,3 Millionen Mark gefördert. Sprecher ist der Botaniker Prof. Dr. Markus Riederer. Der SFB besteht aus 13 Einzelprojekten, in denen 19 Wissenschaftler, ihre Mitarbeiter und externe Kooperationspartner arbeiten.

Die Forscher wollen eine allgemeine Biologie der Wechselwirkungen zwischen artfremden Organismen erarbeiten, indem sie möglichst viele unterschiedliche Arten untersuchen, und zwar vom molekularen Bereich bis hin zur Ebene der Ökosysteme. Sie betonen, dass ihr Forschungsprogramm national und international von keiner anderen Forschergruppe in vergleichbarer Weise verfolgt werde. Der SFB wolle damit eine Lücke füllen und die Entwicklung der Symbioseforschung in Deutschland und weltweit mit prägen.

Die Wissenschaftler rechnen sich sehr gute Chancen aus, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, denn sie können - was an kaum einem anderen Ort möglich ist - an der Uni Würzburg starke Gruppen aus verschiedensten Disziplinen miteinander verbinden: Im Sonderforschungsbereich arbeiten Evolutionsbiologen, Ökologen, Physiologen, Molekularbiologen und Biophysiker zusammen. Und sie können sich Wissen und Techniken aus der Infektionsbiologie, der Phytopathologie und der analytischen Chemie nutzbar machen.

Der SFB werde sich, so Prof. Riederer, auch auf die Lehre und die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses auswirken, weil neueste Erkenntnisse in die Lehrveranstaltungen einfließen können. Die integrative Betrachtungsweise biologischer Phänomene werde zudem bei der Neukonzeption einer Biologie-Grundvorlesung berücksichtigt, die das gesamte Grundstudium der Studiengänge Biologie-Diplom, Bachelor of Science und Lehramt an Gymnasien abdecken soll.

Ein besonders prägnanter Einfluss des SFB sei im Bereich der praktischen Ausbildung im Hauptstudium zu erwarten: Studierende können ihre Abschlussarbeiten im Sonderforschungsbereich anfertigen, Doktoranden und Postdoktoranden können sich weiter qualifizieren.

Der SFB 567 ist fach- und fakultätsübergreifend. Seine Mitglieder gehören der Fakultät für Biologie, der Fakultät für Chemie und Pharmazie und der Medizinischen Fakultät an. Als Untersuchungsobjekte spielen die Pflanzen und ihre Beziehungen zu Viren, Bakterien, Tieren, Pilzen und anderen Pflanzen eine zentrale Rolle. Daneben werden Symbiosen zwischen Tieren und Bakterien, Tieren und Pilzen sowie von Tieren untereinander erforscht.

Symbiosen sind von großer Bedeutung für den Menschen und seine natürlichen Lebensgrundlagen: Die Kooperation von Bakterien und Pflanzen bringt den lebenswichtigen Stickstoff in die biologischen Kreisläufe. Symbiose-Bakterien im Pansen ermöglichen es Rindern, sich von Gras und Heu zu ernähren. Obstbäume und viele andere Blütenpflanzen sind für ihre Fortpflanzung und den Fruchtansatz auf die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten angewiesen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Markus Riederer, T (0931) 888-6200, Fax (0931) 888-6235, E-Mail: riederer@botanik.uni-wuerzburg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Bakterien Biologe Biologie Organismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht „Flora Incognita“ – Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone
15.12.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Schlafverlust wirkt sich bei Frauen und Männern unterschiedlich auf die Aktivität von DPP-4 aus
15.12.2017 | Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Antibiotikaresistenzen durch Nanopartikel überwinden?

15.12.2017 | Medizin Gesundheit

„Flora Incognita“ – Pflanzenbestimmung mit dem Smartphone

15.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Online-Karten: Schweinswale und Seevögel in Nord- und Ostsee

15.12.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz