Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochlastfaulung in Klärwerken: Weniger Klärrückstände, mehr Energie

26.08.2002


Vorgeschaltete Hochlastfaulung im Klärwerk Heidelberg


Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik hat ein Hochlastverfahren für die Klärschlammentsorgung entwickelt, das vor einem Jahr im kommunalen Klärwerk Heidelberg in die bestehende Entsorgungslinie integriert wurde. Eine erste Bilanz zeigt: Mit dem Verfahren lassen sich Platz und Kosten sparen, Energie gewinnen und gleichzeitig der ausgefaulte Schlamm wesentlich reduzieren.


Im Auftrag des Abwasserzweckverbands Heidelberg hat das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) im April letzten Jahres das Heidelberger Klärwerk um eine Hochlaststufe erweitert. Ziel war, die Wirtschaftlichkeit der Klärschlammentsorgung zu erhöhen, ohne die Entsorgungslinie außer Kraft zu setzen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer IGB haben den herkömmlichen eiförmigen Faultürmen im Heidelberger Klärwerk einen Hochlast-Faulturm vorgeschaltet. Er arbeitet mit einer Raumbelastung von 8-10 kg organischer Trockensubstanz pro Kubikmeter und Tag und benötigt lediglich einen Faulraum von vier Litern statt 60 Litern pro Einwohnergleichwert.


Der feststoffreiche Schlamm aus der Hochlastfaulung bietet den Mikroorganismen beste Lebensbedingungen. Das erste Betriebsjahr zeigt, dass sie den Schlamm innerhalb von etwa fünf Tagen - statt 20-30 Tagen beim herkömmlichen Verfahren - zu Biogas umsetzen.

Erfreuliches Plus: Die Biogasausbeuten von 0,6 Kubikmeter pro Kilo zugeführter organischer Trockensubstanz fließen in die Energieversorgung der Stadt Heidelberg.

Im Zuge der erhöhten Biogasproduktion reduzieren die Mikroorganismen die Organik um 50 bis 60 Prozent - gegenüber rund 40 Prozent bei der herkömmlichen Schlammentsorgung. Dadurch fallen geringere Mengen ausgefaulten Schlamms an, die das Klärwerk leichter entwässern und günstiger entsorgen kann als bisher.

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums bietet Ihnen der Abwasserzweckverband Heidelberg die Möglichkeit, am 24. September 2002 die Hochlastfaulung im Klärwerk Heidelberg zu besichtigen. Der verantwortliche Wissenschaftler des Fraunhofer IGB, Professor Walter Trösch, und der technische Leiter des Klärwerks, Jürgen Weber, sind vor Ort und stehen Ihnen gern für Fragen zur Verfügung.

Ansprechpartner:
Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik
Nobelstraße 12
70569 Stuttgart

Institutsleitung:
Prof. Dr. Herwig Brunner

Henrike Henschen | idw
Weitere Informationen:
http://www.igb.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Hochlastfaulung Klärschlammentsorgung Klärwerk Schlamm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Erster Atemzug prägt Immunsystem nachhaltig
22.02.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Wie Proteine zueinander finden
21.02.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Prozesstechnik für effizientes Bohren und Schneiden auf der LASER CHINA

22.02.2017 | Messenachrichten

IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren

22.02.2017 | Automotive