Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aminosäuren und die Asymmetrie des Lebens

21.07.2008
Ehemaliger Forscher der Universität Bremen widmet sich erneut dem Ursprung des Lebens auf der Erde.

Wie entstand das Leben auf der Erde und wie wurden für dessen Architektur bestimmte Aminosäuren ausgewählt? Dieser wissenschaftlich interdisziplinären Frage von hohem öffentlichem Interesse widmet sich nun ein Buch des ehemaligen Forschers Professor Uwe Meierhenrich der Universität Bremen.

Im Jahre 2002 wurde von einem internationalen Team um die Bremer Wissenschaftler Wolfram Thiemann und Uwe Meierhenrich erkannt, dass Aminosäuren, nicht nur dem Aufbau lebender Organismen auf der Erde dienen, sondern dass Aminosäuren fortwährend und in beträchtlichen Mengen in interstellaren Wolken des Weltraums produziert werden.

Diese im Fachjournal Nature veröffentlichte Erkenntnis erregte weltweit hohes Aufsehen und man stellt sich immer häufiger die Frage, ob denn das Leben, wie wir es kennen, aus dem Weltraum stammt. Wurden die Bausteine biologischer Organismen tatsächlich in den unendlichen Weiten interstellarer Wolken produziert und rieselten diese vor Urzeiten auf die frühe Erde, die sie wie eine Petrischale auffing und auf der die Evolution des Lebens ihren Lauf nahm? Und wenn dem so ist, gibt es Leben auch auf anderen Planeten, von denen in jüngster Zeit bekanntlich einige hundert entdeckt wurden?

... mehr zu:
»Aminosäure »Weltraum

Um der Antwort auf diese Frage auf die Spur zu kommen wurde die den Aminosäuren innewohnende Asymmetrie genauer untersucht. Es ist allgemeint bekannt, dass zum Ursprung des Lebens die Gleichheit zwischen rechtshändigen Aminosäuren und deren linkshändigen Spiegelbildern verletzt wurde. Das Gleichgewicht wurde zugunsten der linkshändigen Aminosäuren verschoben, wodurch sich Proteine in lebenden Organismen heute ausschließlich aus linkshändigen Bausteinen zusammensetzen.

Diese Information wird nun gebraucht, um weitreichende Rückschlüsse auf den Ursprung des Lebens zu ziehen. Experimente zur Brechung der Symmetrie von Biomolekülen liefern ebenso wie die Weltraummissionen Rosetta und ExoMars erstmals Ergebnisse über die Händigkeit präbiotischer Moleküle und zeichnen somit Wege für ein genaueres Verständnis des Ursprungs des Lebens auf der Erde nach.

Im nun auf der Basis der Bremer Forschungsarbeiten erschienenen Buch von Professor Meierhenrich werden die Wege die zur Symmetrieverletzung des Lebens führten eingänglich und in engagierter Schreibweise erklärt. Ein tiefsinniges Modell zur Entstehung des Lebens wird enwickelt. Es spannt den Rahmen zwischen moderner Biologie, Physik und Chemie und Erkenntnissen aktueller Weltraummissionen zu Kometen wie auch zum Mars. Das im Springer-Verlag in englischer Sprache erschienene Buch Amino Acids and the Asymmetry of Life will Leser und Studenten mit leichter naturwissenschaftlicher Vorbildung begeistern und stellt die klassischen Naturwissenschaften in ein hochattraktives Licht.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Uwe J. Meierhenrich
Laboratoire de Chimie des Molécules Bioactives et des Arômes (LCMBA)
UMR 6001,
Université Nice-Sophia Antipolis, CNRS
Institut de Chimie de Nice
28, avenue Valrose
F-06108 Nice Cedex 2, France
Fon: [+33] 04.92.07.61.77
Fax: [+33] 04.92.07.61.51

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de
http://www.chiralitaet.de
http://www.unice.fr/lcmba/aromes

Weitere Berichte zu: Aminosäure Weltraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise