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Stammzellen sind gut für das Gehirn

14.07.2008
Viele Jahre haben Wissenschaftler spekuliert, warum es im Gehirn Stammzellen gibt, da es sich doch nur begrenzt regenerieren kann. Ein deutsches Team von Neurowissenschaftlern vertritt die Ansicht, dass diese Stammzellen das Gehirn gesund und aktiv erhalten.

Es kristallisiert sich die Hypothese heraus, dass die neuronalen Stammzellen eher für die Gesunderhaltung des Gehirns sorgen als für dessen Regeneration.

Dies erläutert Prof. Gerd Kempermann vom Zentrum für Regenerative Therapien in Dresden auf der größten neurowissenschaftlichen Tagung Europas in Genf (Sonntag, 13. Juli 2008). Der Hippocampus - die für das Lernen entscheidende Hirnregion - erfordert Veränderungen auf der Ebene der Zellen (Plastizität).

Dieser Prozess ist sehr viel komplexer als die synaptische Plastizität, welche an der Nahtstelle zwischen Neuronen in anderen Hirnregionen stattfindet. Im Hippocampus eines Erwachsenen produzieren die Stammzellen während des ganzen Lebens neue Nervenzellen, ein Vorgang, den Forscher als "erwachsene Neurogenese" bezeichnen. Geistige Aktivitäten und Sport stimulieren diesen Prozess.

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"Unsere Vorstellung ist", berichtet Gerd Kempermann, "dass neue Nervenzellen im Hippocampus es dem System ermöglichen, flexibel zu bleiben und auf die geistigen Anforderungen zu reagieren, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erlebt. Neue Neuronen könnten eine besondere Reserve ergänzen, die angesichts von Degeneration und Nervenzellverlust eine bessere Kompensation ermöglicht."

Andererseits könnte ein Verlust der zellulären Plastizität möglicherweise zur Entstehung einiger psychiatrischer Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und Demenz beitragen, meint Prof. Kempermann. Die Stimulierung der adulten Neurogenese könnte deshalb ein Weg sein, diesen Erkrankungen entgegenzuwirken.

"Neue Neuronen im adulten Hippocampus", sagt Kempermann, "könnten eine Erklärung sein, weshalb geistige und körperliche Aktivität gut für das alternde Gehirn ist."

Die Forscher arbeiteten bisher mit Mäusen. Beim Menschen weiß man über diese Prozesse nur sehr wenig. Gerd Kempermann ist aber zuversichtlich, dass dieselben regulatorischen Prinzipien auch für den Menschen zutreffen.

Katrin Bergmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.crt-dresden.de
http://fens2008.neurosciences.asso.fr

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