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5.000 Pflanzenbelege erweitern Göttinger Farnherbar

10.07.2008
Inventarisierung der Farnflora in Bolivien - Präsentation ausgeweitet

Mehr als 5.000 wissenschaftliche Belege von Pflanzen, insbesondere von Farnen in Südamerika, Asien und Afrika haben Botaniker der Universität Göttingen in den vergangenen Jahren zusammengetragen.

Die Inventarisierung der bislang nur lückenhaft bekannten Farnflora von Bolivien bildete dabei den Schwerpunkt der Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Michael Kessler vom Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften. In Zusammenarbeit mit einem amerikanischen Kollegen ist es gelungen, zahlreiche neue Fundstellen zu inventarisieren sowie mehrere Dutzend bislang übersehene Pflanzenarten für die Wissenschaft zu beschreiben.

Das Belegmaterial wurde inzwischen in das Göttinger Universitätsherbarium aufgenommen und ergänzt so die Lebendpflanzen im historischen Farnhaus des Alten Botanischen Gartens.

Herbarien sind Sammlungen getrockneter und archivierter Pflanzen, die Informationen zu Aussehen, Herkunft, Sammler und Sammeldatum liefern. Das Göttinger Universitätsherbarium umfasst rund 800.000 Pflanzenbelege aus allen Teilen der Welt. Es gehört damit zu den größten Sammlungen dieser Art in Deutschland und dient zahlreichen Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland als Grundlage für ihre Forschungen.

Die jüngsten Belege aus Bolivien hat Prof. Kessler in Kooperation mit Dr. Alan Smith von der California Academy of Science zusammengetragen. Das Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften präsentiert das umfangreiche Farnherbar in einem eigenen Raum mit neuer Schrankanlage. Darüber hinaus wurde Belegmaterial in Herbarien in La Paz (Bolivien) und Berkeley (USA) hinterlegt.

"Diese Belegsammlungen dienen nicht allein morphologischen Studien, sondern sind eine wichtige Ressource für molekular-systematische Forschung an der Universität Göttingen sowie an Forschungseinrichtungen in Großbritannien und den USA", erläutert der Leiter des Universitätsherbariums, Privatdozent Dr. Jochen Heinrichs. "Für genetische Analysen kann in vielen Fällen die zu sequenzierende DNS nur aus frisch gesammeltem Herbarmaterial extrahiert werden. Dies macht die aktuellen Aufsammlungen von Prof. Kessler besonders wertvoll." In den kommenden Jahren soll ein erstes Werk zur "Farnflora von Bolivien" erscheinen, das wesentlich auf den Göttinger Herbarbelegen basiert.

Kontaktadresse:
PD Dr. Jochen Heinrichs und Prof. Dr. Michael Kessler,
Universität Göttingen Biologische Fakultät
Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften
Telefon (0551) 39-22220, -5726,
e-mail: jheinri@uni-goettingen.de, mkessle2@uni-goettingen.de?

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/
http://www.sysbot.uni-goettingen.de/herbarium.html

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