Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschlandweites Bionik-Netzwerk eingerichtet

17.07.2002


Ein bundesweites Bionik-Netzwerk unter Beteiligung der Universität Bonn will Bio-Patente für den Menschen nutzbar machen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Einrichtung mit insgesamt 2,4 Millionen Euro.



Und der Haifisch, der hat Zähne - sogar auf der Haut: Die ist so rau, dass sie als Sandpapier dienen könnte. Zahlreiche winzigkleine Rippen minimieren den Strömungswiderstand und lassen den Hai so schneller schwimmen. Ingenieure nutzen diese "Erfindung" der Natur inzwischen, um beispielsweise den Luftwiderstand von Flugzeugen zu verringern. Bis zu 8 Prozent Treibstoff können die rauen Flieger so sparen.

... mehr zu:
»BMBF »Bionik-Netzwerk »Zdenek


Ein bundesweites Bionik-Netzwerk will Bio-Patente für den Menschen nutzbar machen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Einrichtung mit insgesamt 2,4 Millionen Euro. Neben den Universitäten Berlin und Saarbrücken, die über lange Erfahrung auf dem Gebiet der Bionik verfügen, beteiligt sich die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Wilhelm Barthlott vom Botanischen Institut der Universität Bonn an dem neuen Netzwerk. Professor Barthlott ist der Entdecker des Lotus-Effekts: Aufgrund ihrer Oberflächenstruktur perlt Schmutz von Lotusblättern einfach ab. Die Beobachtung wird heute bei zahlreichen Industrieprodukten genutzt, beispielsweise für schmutzabweisende Wandfarbe oder Dachziegeln.

"Das Netzwerk soll Anlaufstelle für Industrie und Wissenschaftler werden, die ein Problem haben, das sie mit Hilfe bionischer Verfahren lösen möchten", erklärt Barthlott-Mitarbeiter Zdenek Cerman. "Wir vermitteln dazu die Kooperationspartner, die bereits Erfahrungen mit der entsprechenden Aufgabenstellung haben und vielleicht helfen könnten." Momentan ist dieser Service noch kostenlos; wenn die Anschubförderung durch das BMBF in zwei Jahren ausläuft, soll sich das Netzwerk selbst tragen. "Für viele Aufgaben, an denen sich Ingenieure die Zähne ausbeißen, hat die Natur im Laufe der Evolution innovative Lösungen entwickelt. Wer dieses natürliche Know-how für technische Produkte nutzt, kann unter Umständen viel Zeit und Geld sparen", ist Cerman optimistisch. Beispiele gibt es zu Genüge: So gibt es Computerprogramme, die Wachstumsprinzipien von Knochen oder Bäumen nutzen, um möglichst stabile und dabei material- (und damit gewicht- und verbrauchsparende) Autoteile zu konstruieren. Auch Spinnen inspirieren die Bioniker: Spinnenseide ist (bezogen auf ihre Masse) belastbarer als alle anderen bekannten Stoffe.

Das Netzwerk will zudem Workshops für die Industrie anbieten, Drittmittel für innovative Entwicklungsprojekte einwerben und einen jährlichen Bionik-Innovationspreis ausloben; ausführliche Informationen finden sich im Internet unter http://www.bionik-netz.de und http://www.lotus-effect.de.

Ansprechpartner für die Medien: Professor Dr. Wilhelm Barthlott, Botanisches Institut der Universität Bonn, Tel.: 0228/73-5283, Fax: 0228/73-3120, E-Mail: lotus@uni-bonn.de, oder Zdenek Cerman, Tel.: 0228/73-2122, E-Mail: cerman@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.bionik-netz.de
http://www.lotus-effect.de

Weitere Berichte zu: BMBF Bionik-Netzwerk Zdenek

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise