Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was Chitosan verspricht

26.06.2008
Panzer von Insekten, Krustentieren, Spinnen oder auch von Tintenfischen und die Zellwände der Pilze bestehen aus Chitin, dem scheinbar am häufigsten vorkommenden Polymer.

Dieses Biomolekül und sein Hauptderivat, das Chitosan, sind kürzlich von einer Lyoner Forschergruppe des Labors „Wissenschaft der Polymermaterialien“ analysiert worden. Auf der Grundlage der in der Natur vorhandenen „Bausteine“ des Moleküls haben sie ein neues Material entwickelt. Die unterschiedlichen Strukturen ermöglichen es, das Material sowohl als Basis für Zellkulturen, als auch als Implantat zu nutzen.

Das neu-entstandene Material basiert auf einem „Hydrogel“, welches weder zu den Festkörpern, noch zu den Flüssigkeiten zählt. Hydrogele bestehen aus Polymernetzwerken, in diesem Fall aus Chitosan, in denen Wasser aufgefangen wird. Die langen Polymerketten ermöglichen es den Hydrogelen große Mengen an Wasser, wässrigen Lösungen oder gar Zellen einzulagern. Hydrogele bieten zahlreiche Vorteile.

Sie setzen sich beispielsweise aus biologischen Bausteinen zusammen und sind somit mit Lebewesen kompatibel. Sie können ebenfalls in jede gewünschte Struktur gebracht werden. Hydrogele gleichen natürlichen Strukturen bei Lebewesen.

... mehr zu:
»Chitosan

„Lebendes Gewebe, wie Haut, Knochen, Blutgefäße, usw., können alle als komplexe physikalische Hydrogele betrachtet werden“, betont Alain Domard, Leiter der Forschergruppe für natürliche und biokünstliche Polymermaterialien. „Die Herstellung von Materialien mit Eigenschaften, die denen von lebendem Gewebe ähneln und biologische Anwendungen ermöglichen, wird somit denkbar“, so Domard.

Das zuletzt im Labor entwickelte Material besteht aus einer Reihe von Chitosanmembranen, die wie bei der Zwiebel übereinandergeschichtet werden. „Dieses System ist ein exzellenter Bioreaktor“, stellt Domard fest. „Wir haben ihn mit verschiedenen Säugetierzellkulturen getestet, u.a. mit der Knorpelzelle Chondrozyte. Die Ergebnisse wurden am 6. März 2008 in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht und sind erfolgversprechend: die Chondrozyten vermehren sich und produzieren eine große Menge an Gewebe, das dem natürlichen Knorpel sehr ähnelt. Dieser Bioreaktor ist etwa 8 Monate lebensfähig, und erzielt vortreffliche Ergebnisse“, so Domard weiter. Diese letzten Ergebnisse scheinen die Partner aus der Industrie, mit denen das Labor heute zusammenarbeitet, überzeugt zu haben.

Kontakt:
Alain Domard, Leiter der Forschungsgruppe, Labor „Ingénierie des
matériaux polymères“, Lyon
@ alain.domard@univ-lyon1.fr
http://www.univ-lyon1.fr
Quelle: Les promesses du chitosane, CNRS, 06.2008
Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 144 vom 25.06.08)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: Chitosan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie