Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Produkt zur Abtrennung von Arsen aus Trinkwasser erhält wichtige US-Zulassung

10.07.2002


Bayoxide® E33, ein für die Abtrennung von Arsen aus Trinkwasser entwickeltes Eisenhydroxidoxid-Granulat, hat in den Vereinigten Staaten eine wichtige Zulassungshürde genommen: Die NSF International, eine unabhängige US-Prüforganisation, zertifizierte das Bayer-Produkt mit dem "ANSI/NSF Standard 61" für Komponenten und Substanzen, die in Kontakt mit Trinkwasser treten. "Diese Zertifizierung wird von fast allen amerikanischen Wasserversorgern anerkannt und gefordert. Deshalb öffnet sie unserem Produkt, das wir über unseren Partner Severn Trent Services vertreiben, den US-Markt", erklärte Dr. Hendrik Kathrein, Manager des Kompetenz-Centers für technische Oxide und Spezialpigmente bei Bayer Chemicals. Besonderes Gewicht erhält die Zulassung angesichts einer in den USA anstehenden Verschärfung der Arsen-Grenzwerte im Trinkwasser.

Arsen gelangt durch Auslaugung natürlicher Erze und Mineralien als komplex gebundenes Ion in das Grund- und damit in das Trinkwasser. Wie medizinische Studien ergaben, können hohe Konzentrationen bei Langzeit-Kontamination zu Hautveränderungen führen und schlimmstenfalls Hautkrebs auslösen. Andere Krebserkrankungen werden ebenfalls mit dem Element in Verbindung gebracht.

Vor allem im Südwesten der USA sind die Konzentrationen im Grundwasser besonders hoch. Insbesondere in den Staaten Kalifornien, New Mexico und Arizona wird ein hoher Anteil der Bevölkerung mit arsenhaltigem Trinkwasser versorgt. Zur Zeit gilt in den USA ein Grenzwert von 50 Mikrogramm je Liter (µg/L). Entsprechend einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die USA den Wert ab 2006 auf 10 µg/L senken. In Kalifornien ist sogar ein Limit von 5 µg/L in der Diskussion. "Gerade vor diesem Hintergrund wird deutlich, vor welchen Herausforderungen die amerikanischen Wasserversorger stehen. Deshalb haben Bayer und dessen Partner Severn Trent alles daran gesetzt, möglichst früh einen effizienten und auch NSF-zertifizierten Adsorber für Arsen anbieten zu können", erklärte Kathrein.

Das Zulassungsverfahren für Bayoxide® E33 umfasste zwei Stufen. So wurde das Produkt gründlich bei der NSF in den USA analysiert. Im Fokus stand dabei vor allem die Suche nach toxischen Substanzen im Granulat. "Gefahndet" wurde etwa nach Schwermetallen wie Cadmium und Quecksilber und nach organischen Substanzen wie zum Beispiel Nitrosoverbindungen, die Krebserkrankungen auslösen können. Außerdem wurde die Produktion des Arsenadsorbers einem Audit unterzogen. "Dies ging zum Teil weit über die Anforderungen der ISO 9001 und 14001 hinaus", blickt Kathrein zurück. Besonders bei Kriterien, welche die Sicherheit von Trinkwasser als Lebensmittel betrafen, galten erweiterte, verschärfte Prüfbedingungen. So wurde auf die Qualität und Unbedenklichkeit der Rohstoffe ebenso geachtet wie etwa auf mögliche Quellen von Verunreinigungen oder die Standards der Qualitätskontrolle.

Bayoxide® E33 besitzt fein strukturierte Oberflächen im Nanobereich, die das Arsen adsorbieren. Zum Einsatz kommt es im Wasserwerk meist in einem sogenannten Festbett, das vom belasteten Wasser durchströmt wird. Dieses Verfahren hat seine Leistungsfähigkeit in Europa schon unter Beweis gestellt. So betreibt der britische Wasserversorger Severn Trent Water in Burton Joyce bei Nottingham und Chaddelsley Corbett bei Birmingham seit Herbst 2001 zwei kommerzielle Anlagen mit dem Bayer-Granulat, weitere 14 werden vom gleichen Unternehmen derzeit im Mittelwesten Englands errichtet.

Zuvor hatte Severn Trent die Filtermethode zwei Jahre lang in einer Pilotanlage gründlichst getestet. Dabei zeigte sich unter anderem, dass die Aufnahmekapazität des Eisenoxid-Granulates wesentlich höher ist als die handelsüblicher Adsorbentien wie Akivkohle oder Aluminiumoxid. Daraus resultieren längere und damit wirtschaftlichere Standzeiten. Außerdem ist es leicht zu handhaben und muss etwa im Gegensatz zu Ionenaustauscherharzen nicht regelmäßig aufwendig regeneriert werden.

NSF International hat als unabhängige Instanz bei Fragen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit sowie des Umweltschutzes weltweit große Reputation. Die gemeinnützige US-Organisation entwickelt nationale wie internationale Standards, bietet in eigenen Zentren Aus- und Fortbildungen an und tritt als unabhängiger Gutachter auf. Bereits seit 1965 testet und zertifiziert die NSF Chemikalien, Komponenten und Produkte, die bei der Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser verwendet werden. Heute ist sie auf diesem Gebiet weltweit führend und arbeitet zum Beispiel eng mit der WHO zusammen.

Hotline für Leseranfragen: Fax: (0221) 9902-160

BayNews Redaktion | BayNews

Weitere Berichte zu: Arsen E33 NSF Trinkwasser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Markierung für Krebsstammzellen
20.02.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Seltener Fund aus der Tiefsee
20.02.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Markierung für Krebsstammzellen

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Da haben wir den Salat: Erste Ernte aus aufbereitetem Abwasser im Forschungsprojekt HypoWave

20.02.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Die Brücke, die sich dehnen kann

20.02.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics