Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blätter agieren wie Klimaanlage

13.06.2008
Von Kanada bis in die Karibik: Bäume bleiben cool

Die Temperaturen in einem gesunden Blatt auf einem Baum sind längerfristig betrachtet weniger von der Außentemperatur abhängig, als man bisher angenommen hat. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of Pennsylvania.

Das Forscherteam hat insgesamt 39 Baumarten in verschiedenen Klimazonen - von Nord- Kanada bis Puerto Rico - untersucht. Dabei konnten sie feststellen, dass die Blätter im Inneren nahezu konstant um die 21 Grad warm waren, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

Die Entdeckungen geben ein neues Verständnis darüber, wie Baumäste und Blätter im inneren immer die gleiche Temperatur haben, die ideal für die Photosynthese ist. Für den Biologen Georg Grabherr vom Department of Conservation Biology, Vegetation and Landscape Ecology http://131.130.57.33/cvl an der Universität Wien ist das kein Wunder. "Das optimale Photosynthesefenster liegt bei vielen Pflanzen in einem Bereich zwischen 15 und 25 Grad und erreicht ihr Optimum bei ca. 20 Grad", so der Forscher im pressetext-Gespräch. Zu hohe Temperaturen können bei Pflanzen durch Transpiration von Wasser ausgeglichen werden, so der Wissenschaftler.

... mehr zu:
»Blatttemperatur

In kälteren Klimaten muss die Temperatur in den Pflanzen angehoben werden, berichten die Forscher aus Pennsylvania, um die Homöostase der Blatttemperatur aufrecht zu erhalten. "Es ist nicht verwunderlich darüber nachzudenken, dass ein Eisbär in Nord-Kanada und ein Schwarzbär in Florida die gleiche Körpertemperatur aufweisen. Das sind beides Säugetiere, die ihre eigene Körpertemperatur generieren", meint Brent Helliker, Professor für Biologie an der School of Arts and Sciences an der University of Pennsylvania. "Dass allerdings eine Schwarzfichte in Kanada und eine Karibische Pinie in Puerto Rico die durchschnittlich gleiche Blatttemperatur haben, ist erstaunlich, da Bäume ja nicht endothermisch sind", so der Forscher.

Für Georg Grabherr ist das Abkühlen der Pflanzen jedenfalls nachvollziehbar, aber auch der Erwärmungseffekt durch Verdichtung der Blattmasse. "Das sind bekannte Vorgänge", meint der Forscher. "Grundsätzlich halten die Blatttemperaturen aber mit der Witterung mit", erklärt Grabherr. Das bestätigen auch die Studienautoren. "Baumwipfel weisen ziemlich sicher nicht das ganze Jahr über die gleichen Temperaturen auf", kommen die Forscher zum Schluss. In der Studie wird auch die Theorie widerlegt, wonach Temperatur und relative Feuchtigkeit in einem Blatt, in dem Photosynthese betrieben wird, mit den Temperaturverhältnissen eng korrelieren soll. Mehrfach haben Forscher Klimaänderungen über Sauerstoff-Isotope in Baumringen beschrieben und daraus die Temperaturen und die relative Feuchtigkeit abgeleitet. Die Annahme war, dass die Blatttemperaturen gleich wie die Lufttemperatur waren. Die Isotopen-Analyse der Baumringe zur Ermittlung von Klimadaten sei somit kritisch zu hinterfragen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.upenn.edu

Weitere Berichte zu: Blatttemperatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise