Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichtung seltener Java-Nashörner gelungen

30.05.2008
Weniger als 60 Tiere streifen noch durch den indonesischen Regenwald

Forschern des WWF ist auf der indonesischen Insel Java ein seltener Schnappschuss gelungen: Sie konnten zwei Java-Nashörner, deren Population auf nurmehr rund 60 Tiere geschätzt wird, im Regenwald filmen.

Eine speziell entwickelte Kamera ermöglichte die Aufnahmen im Ujungo Kulon Nationalpark, der den hauptsächlichen Lebensraum der einhornigen Säuger darstellt. "Die Java-Nashörner sind die weltweit seltensten Nashörner und in ihrem Bestand gefährdet", sagt WWF-Artenschutzexpertin Vera Reifenstein gegenüber pressetext.

"Erstreckte sich ihr Lebensraum früher noch über die Hälfte der Insel Java, so sind sie heute nur noch in einem Naturpark zu finden. Wenige Einzeltiere leben noch in Vietnam." Die "Video-Überwachung" soll Filmmaterial über die wildlebenden Tiere in den Regenwäldern Südostasiens liefern, um so Rückschlüsse auf ihre Lebensweise ziehen zu können.

... mehr zu:
»Population

"Die Population der Java-Nashörner hat stark unter dem Lebensraumschwund und der Ansiedlung von immer mehr Menschen gelitten", erklärt Reifenstein. Die Umwandlung von Wald- in Nutzfläche durch die Siedler, sowie die Wilderei in früheren Zeiten seien Hauptgründe für den Nashorn-Schwund auf der Insel im indischen Ozean. Zum Erhalt der Art würde derzeit vor allem Lebensraumschutz betrieben, um die Nashörner in ihren ursprünglichen Verbreitungsgebieten zu erhalten.

"Zudem ist es aber auch wichtig, die Population wieder zusammenzubringen, da die Tiere Einzelgänger sind und sich im Naturpark verstreut haben", sagt Reifenstein. Eine weitere Möglichkeit der Arterhaltung stelle auch die geplante Umsiedlung in andere Gebiete dar, "um dort neue Populationen aufzubauen". Dazu sei es aber wichtig die Lebensweise der seltenen Nashörner genau zu kennen, was derzeit jedoch noch nicht der Fall sei. "Wir sind dringend auf wissenschaftliche Fakten angewiesen, dazu dienen die Videofallen als relativ einfache Methode, mit der wir dir Tiere genauer, flexibler und länger beobachten können", meint Reifenstein.

Die Infrarot-Videofallen reagieren auf Bewegung und arbeiten leise und ohne bewegliche Teile, sodass eine unauffällige Beobachtung der Tiere möglich ist. Bisher erfolgte die Beobachtung der Tiere in den Regenwäldern weitgehend ohne technische Hilfe, die Forscher verbrachten teilweise ganze Nächte auf wackligen Bambusplattformen in mehreren Metern Höhe. "Man kann mit den Kameras einfach näher an die Tiere heran und sie beispielsweise auch beim Salzlecken oder beim Baden in Schlammlöchern beobachten", sagt Reifenstein. Dass die Videofallen manchmal doch von den gefilmten Tieren entdeckt werden, lässt sich allerdings nicht vermeiden. So verlief auch die kürzlich gemachte Aufnahme der beiden Nashörner, ein Muttertier mit ihrem Kalb, nicht ohne Zwischenfall. Nachdem die Nashorn-Mutter die Kamera inspiziert hatte, schnappte sie mit dem Maul nach dem Apparat und schleuderte ihn durch die Luft.

"Aber angesichts der Seltenheit dieser Tiere, können wir den kleinen Betriebsunfall leicht verschmerzen. Die Bilder, die wir bekommen haben, waren den riskanten Einsatz absolut wert", meint Reifenstein. Die Aufnahmen der beiden Nashörner sind unter http://www.wwf.or.id zu sehen.

Claudia Misch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.wwf.or.id

Weitere Berichte zu: Population

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Resteverwerter im Meeresboden
24.04.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

24.04.2018 | HANNOVER MESSE

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics