Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Wirkung eines alten Medikaments

27.05.2008
Gegen Osteoporose werden Medikamente aus der Gruppe der Bisphosphonate eingesetzt: Sie hemmen die knochenabbauenden Zellen und verzögern so das weitere Fortschreiten der Krankheit.

Die Biologin Dr. Regina Ebert von der Universität Würzburg hat nachgewiesen, dass diese Arzneimittel auch den Knochenaufbau fördern, was in der Wissenschaft bislang eher bezweifelt wurde.

Für ihre neuen Erkenntnisse bekam sie jetzt den mit 5.000 Euro dotierten Von-Recklinghausen-Preis verliehen.

In ihrer preisgekrönten Arbeit hat sich Regina Ebert mit einem speziellen Wirkstoff beschäftigt, der erst im September 2007 für die Osteoporose-Therapie zugelassenen Substanz Zoledronsäure. Während die Patientinnen andere Bisphosphonate täglich in Tablettenform einnehmen müssen, reicht es bei der Zoledronsäure aus, wenn sie einmal im Jahr als Infusion verabreicht wird. In den Stunden danach ist der gesamte Organismus kurzfristig einer Konzentration des Wirkstoffes ausgesetzt, die etwa tausend Mal größer ist als nach dem Schlucken einer Tablette.

... mehr zu:
»Endokrinologie »Stammzelle

Diese Therapieform stimuliert offensichtlich die Umwandlung von Stammzellen des Knochenmarks in Knochenzellen. Wie Regina Ebert in Zellkulturen gezeigt hat, lässt sich noch vier Wochen nach einer nur dreistündigen Behandlung der Stammzellen eine positive Wirkung auf die Mineralisierung feststellen sowie auf die Aktivität bestimmter Gene, die für den Aufbau von Knochen relevant sind. Das stimmt mit den Ergebnissen einer klinischen Studie überein, in der bei einmal jährlich behandelten Patientinnen ein deutlicher Zuwachs der Knochenmineralisierung beobachtet wurde.

Insgesamt weist die Arbeit darauf hin, dass ein Vertreter einer seit Langem bekannten Arzneimittelgruppe durch die Änderung seiner Anwendungsbedingungen offensichtlich neue Effekte bewirkt, die bis dahin überhaupt nicht mit der Wirkung des Medikaments in Verbindung gebracht wurden. Die anwendungsnahe und dennoch grundlagenwissenschaftlich betriebene Arbeit aus Würzburg erschien der Preiskommission daher auszeichnungswürdig.

Regina Ebert bekam den Von-Recklinghausen-Preis der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie Anfang Mai in Berlin beim Europäischen Kongress für Endokrinologie überreicht. Die Auszeichnung ist für "wesentliche wissenschaftliche Beiträge" über kalziumregulierende Hormone und Knochenstoffwechsel vorgesehen und wird vom Heidelberger Labor Limbach gestiftet. Regina Ebert arbeitet im Orthopädischen Zentrum für Muskuloskelettale Forschung der Universität Würzburg in der Arbeitsgruppe von Professor Franz Jakob. Das Team ist an den Lehrstuhl für Orthopädie und die Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus angebunden und wird vom Bezirk Unterfranken finanziell gefördert.

Weitere Informationen:
Dr. Regina Ebert, T (0931) 803-1597, r-ebert.klh@uni-wuerzburg.de

Margarete Pauli | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Endokrinologie Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers
28.04.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Forschungsteam entdeckt Mechanismus zur Aktivierung der Reproduktion bei Pflanzen
28.04.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie