Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Artenreiches Tiefseeriff überrascht Meeresbiologen

20.05.2008
Jahrhunderte alte Korallen im Blake Plateau sind Lebensraum vieler Fischarten

Die Tiefseekorallenriffe vor der Küste der östlichen US-Bundesstaaten sind offenbar nicht nur viel älter und größer als bisher angenommen, sondern bieten auch vielen kommerziell wichtigen und teilweise unbekannten Fischarten Lebensraum. Das berichtet ein Forschungsteam der US-amerikanischen Wetter- und Ozeanographiebehörde NOAA um die Zoologin Martha Nizinski. Während einer Reihe von Expeditionen hatte die Gruppe zwischen 2002 und 2005 die Korallenriffe des unterseeischen Blake Plateau, das sich von North Carolina bis nach Florida erstreckt, untersucht.

"In diesen Riffen war eine ganze Reihe von Tieren verbreitet, die sonst als selten gelten", sagt Studienleiterin Nizinski. "Wir konnten hier viele Arten außerhalb ihrer bisher bekannten Lebensräume beobachten und auch einige neue Spezies entdecken." Zudem haben die Forschungsreisen auch direkten Einblick in die Interaktionen der Arten geben können und wie diese ihr Habitat, das Riff, nutzen. Bis zum Studienzeitpunkt waren diese Tiefseeriffe rund 100 Kilometer vor der Küste "aufgrund der großen Tiefen, der rauen Topographie und der starken Strömungsstärke des Golfstroms" ein wenig erforschtes Gebiet.

Die Forscher mit Wissenschaftlern der Universität von North Carolina http://www.unc.edu , des US Geological Survey http://www.usgs.gov und des North Carolina Museum of Natural Sciences http://www.naturalsciences.org zeigten sich ob des Artenreichtums der Riffe dennoch überrascht. Denn neben Fischarten hätten sich auch Schwämme, Krebse, Schlangensterne und ähnliche Lebewesen gefunden. Zudem würden auch die Korallen an sich wertvolle historische Daten über das veränderte Meeresklima liefern können und Quellen pflanzlicher und tierischer Artenvielfalt darstellen, betonen die Forscher. So leben in und um die Tiefseekorallen verschiedenste Organismen, von denen einige möglicherweise auch Potenzial für die pharmazeutische Forschung hätten. Derzeit wertet die Zoologin die in den Riffen gesammelten Proben aus, vermutlich werde die Forschung aber noch einige Jahre in Anspruch nehmen.

... mehr zu:
»Fischart »Lebensraum

Die Tiefseeriffe vor der südlichen US-Küste bestehen größtenteils aus Kolonien von Steinkorallen der Art Lophelia pertusa, die weltweit in allen Ozeanen in Tiefen von 80 bis 3.000 Meter auf Hartböden wachsen. Diese Art wartet im Gegensatz zu den tropischen Korallenarten nicht mit bunter Färbung auf und wächst nur sehr langsam. Die Korallenbänke im Blake Plateau würden sich gegenüber den anderen Lebensorten der Art durch enorme Größe und Alter auszeichnen. "Diese Tiefseekorallenbänke können bis zu einer Größe von 100 Metern wachsen und einige Kilometer lang werden. Das ist nicht gerade das, was Menschen in North Carolina zu finden erwarten", erklärt Nizinski. "Aber womöglich handelt es sich hierbei um die nördlichsten Tiefseekorallenbänken an der Ostküste der USA."

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.noaa.gov

Weitere Berichte zu: Fischart Lebensraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks
17.02.2017 | Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Münster

nachricht Der Entropie auf der Spur
17.02.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung