Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Goldene Nano-Krone

14.05.2008
Zusammengehalten über Metall-Metall-Kontakte: Großer Ring mit 36 Goldatomen

Eine "goldene Krone" von nur wenigen Nanometern Durchmesser haben chinesische Forscher kürzlich geschaffen. Es handelt sich dabei um ein großes ringförmiges Molekül, das 36 Goldatome enthält.

Die Herren der Ringe, ein Team aus Wissenschaftlern von Universitäten in Peking, Hong Kong und Nanjing, berichten in der Zeitschrift Angewandte Chemie, was das Besondere daran ist: Das molekulare Gebilde wird ausschließlich über Gold-Gold-Bindungen zum Ring verbunden und ist damit das bisher größte Ringsystem aus Goldatomen.

Große Molekül-Ringe faszinieren Chemiker bereits seit über 40 Jahren - seit der Entdeckung der Kronenether 1967. Die Pioniere auf diesem Gebiet, C. J. Pederson, J.-M. Lehn und D. J. Cram, erhielten 1987 den Nobelpreis für ihre Entdeckung. Inzwischen spielen große molekulare Ringe eine wichtige Rolle bei der Suche nach neuen funktionellen Materialien und in der Nanotechnologie. Die Synthese von Ringen, die durch reine Metall-Metall-Bindungen zusammengehalten werden, ist bisher allerdings immer noch eine Herausforderung.

... mehr zu:
»Goldatom »Synthese

Kleine Ringe aus einfach positiv geladenen Goldatomen sind schon länger bekannt, aber erst kürzlich war es dem chinesischen Team gelungen, einen Ring aus 16 Goldatomen herzustellen. Nun stellen die Forscher um Shu-Yan Yu, Yi-Zhi Li und Vivian Wing-Wah Yam ein weiteres Mitglied dieser Verbindungsklasse vor, den bis dato größten Goldring, der über Gold-Gold-Bindungen zusammengehalten wird: Ein Ringsystem, das 36 einwertige Goldatome enthält.

Für ihre Synthese gehen die Forscher zunächst von einem Ring aus, der sechs Goldatome enthält. Drei Goldatome sind darin zu einem Dreieck miteinander verknüpft. Jedes dieser Goldatome trägt ein weiteres Goldatom, das von der Dreicksspitze nach außen ragt. Drei organische Liganden sind so an dieses flache Doppel-Dreieck gebunden, dass ein Molekül entsteht, dessen Form an einen dreiflügeligen Propeller erinnert.

Sechs solcher "Propeller" lassen sich in einem Selbstorganisationsprozess zu einem großen Ring verbinden. Die Gold-Atome sind in diesem Ring in einer Form angeordnet, die an eine Krone erinnert: Sechs Doppeldreiecke sind über je zwei Spitzen ringförmig untereinander verknüpft. Ihre freien Doppelspitzen weisen nach außen. Dabei ragen sie immer abwechselnd nach oben und nach unten aus der Ringebene heraus.

Angewandte Chemie: Presseinfo 18/2008

Autor: Shu-Yan Yu, Renmin University of China, Beijing (China), http://chem.ruc.edu.cn/readnews.asp?newsid=338

Angewandte Chemie 2008, 120, No. 24, doi: 10.1002/ange.200801001

Angewandte Chemie, Postfach 101161, 69495 Weinheim, Germany

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://presse.angewandte.de
http://chem.ruc.edu.cn/readnews.asp?newsid=338

Weitere Berichte zu: Goldatom Synthese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Reize auf dem Weg ins Bewusstsein versickern
22.09.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lebendiges Gewebe aus dem Drucker
22.09.2017 | Universitätsklinikum Freiburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie