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Forschungsergebnisse zum biomedizinischen Potenzial von mikroskopischen Bärtierchen vorgestellt

13.05.2008
Cassandra Falckenhayn, Studentin im 2. Semester des Studiengangs Biosystemtechnik/Bioinformatik an der TFH Wildau und mit 21 Jahren jüngste Teilnehmerin, gewann auf dem Branchentreffen der Biotechnologieszene in Berlin und Brandenburg "Bionnale 2008" mit ihrem Vortrag über das biomedizinische Potenzial von Bärtierchen den so genannten Speed-Lecture-Wettbewerb.

Sie setzte sich dabei gegen Mitkonkurrenten durch, von denen einige bereits einen Doktortitel trugen, und erhielt ein Preisgeld von 1.000 Euro.

In dem Wettbewerb, an dem sich 20 Studenten und junge Wissenschaftler aus Hochschulen, Industrie und außeruniversitären Forschungsinstituten beteiligten, musste in nur zwei Minuten anhand zweier Bilder ein komplexer wissenschaftlicher Zusammenhang anschaulich erklärt werden. Die besten sechs Vortragenden durften ihre Forschungsgebiete anschließend vor einem hochkarätigen Fachpublikum präsentieren.

Die achtbeinigen "Bärtierchen", die ihren deutschen Namen ihrer tapsig wirkenden Fortbewegungsweise verdanken, sind meist weniger als einen Millimeter groß und kommen weltweit in Gewässern und Feuchtgebieten vor. Wegen einer besonderen Eigenschaft, der Kryptobiose, stehen sie im Mittelpunkt eines Forschungsprojektes von Prof. Dr. Marcus Frohme und seiner Mitarbeiter an der TFH Wildau: Bei Trockenheit trocknen auch sie vollständig aus und können in diesem Zustand lange Zeit verharren, ohne zu sterben. Sobald die Tiere mit Wasser in Berührung kommen, erwachen Sie wieder zum Leben.

"Wenn wir diese Prozesse verstehen, dann können wir in Zukunft z. B. Blutkonserven über lange Zeit trocken lagern. Das Trockenblut müsste vor der Anwendung lediglich in Wasser aufgelöst werden", so Prof. Frohme. Noch viele weitere "spannende Anwendungen" sieht er zukünftig in der von Kühltechniken unabhängigen Konservierungsmethode. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm QuantPro geförderte Projekt wird im Verbund mit den Universitäten Stuttgart und Würzburg, dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und der Oncoscience AG, Wedel, durchgeführt.

Cassandra Falckenhayn wird mit ihrem Preisgeld einen zweimonatigen Forschungsaufenthalt in der irischen Universitätsstadt Galway finanzieren. Die Wahl des Studiums der Biosystemtechnik/Bioinformatik an der TFH Wildau hat sich für Sie bereits jetzt gelohnt. Und vielleicht gehen ja auch die Erwartungen und Wünsche des Speed-Lecture-Moderators Dr. Reinhard Uppenkamp, Vorstandsvorsitzender der Berlin-Chemie AG, in Erfüllung, der ihr eine "große wissenschaftliche Karriere" vorhersagte.

Für Interessenten bietet sich am 17. Mai 2008 ab 10.00 Uhr beim Tag der offenen Tür an der TFH Wildau die Gelegenheit, mehr über den Studiengang Biosystemtechnik/Bioinformatik und die Bärtierchen zu erfahren.

Bernd Schlütter | idw
Weitere Informationen:
http://www.tfh-wildau.de

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